Bundespräsident würdigt Jordaniens König
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Bundespräsident Joachim Gauck (r.), Jordaniens König Abdullah (Mitte) und Königin Rania von Jordanien stehen nach der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises auf dem  Rathausbalkon in Münster.
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Bundespräsident Joachim Gauck bezeichnete den Monarchen bei seiner Festrede im historischen Rathaus als einen „Staatsmann, der seinem Land mit großem Geschick den Frieden auch unter widrigsten Bedingungen erhalten hat“. Sichtlich bewegt nahm das jordanische Staatsoberhaupt die Auszeichnung entgegen.

Er teilt sich den Preis mit jugendlichen Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF). Stellvertretend für die bislang 10.000 Aktiven der Aktion wurden drei Jugendliche von Thomas Oppermann, SPD-Fraktionschef im Bundestag, geehrt. Der SPD-Politiker würdigte das herausragendes Engagement der AFS gegen Rassismus und Intoleranz. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert.

Bundespräsident Gauck lobte vor allem das Engagement des jordanischen Königs in der Flüchtlingskrise. „Sie und Ihre Landsleute setzen damit Maßstäbe für Humanität und Mitmenschlichkeit“, sagte Gauck zu dem Preisträger. Bezogen auf die Einwohnerzahl (9,5 Millionen) hat Jordanien deutlich mehr Flüchtlinge aufgenommen als Deutschland. Rund 1,3 Millionen stammen aus dem benachbarten Syrien.

König Abdullah II.: Stabiler, verlässlicher Partner des Westen

Dem Westen gilt König Abdullah II. als stabiler und verlässlicher Partner. Kritiker werfen Jordanien allerdings Demokratie-Defizite vor. Nach den jüngsten Parlamentswahlreformen bestimmt weiter der König Regierungsmitglieder. „Umsichtige Reformen sind ein langwieriger Prozess. Wo immer wir Ihren, den jordanischen Reformprozess unterstützen können, wollen wir es tun“, sagte Gauck.

Abdullah II. bedankte sich für den Preis und bei Deutschland für die Unterstützung Jordaniens. Er bewundere den Mut und den Weitblick, mit dem sich Angela Merkel dem Terrorismus und seinen Folgen stelle. Wie sein Laudator forderte der König aber weitere Hilfe in der Flüchtlingskrise.

König Abdullah II. machte deutlich, dass die Terrormiliz Islamischer Staat die Lehre des Islams verzerre. Der Monarch nannte den IS die „Gesetzlosen des Islams“. Er rief die verschiedenen Religionen und Völker dazu auf, sich von den Terroristen nicht spalten zu lassen: „Nur dann schaffen wir Zukunft für uns alle.“

Anschließend betrat der König gemeinsam mit seiner Frau Rania und dem Bundespräsidenten den Balkon des Stadtweinhauses. Rund 2500 Menschen jubelten ihnen zu. Der Prinzipalmarkt war während der Veranstaltung für den Autoverkehr gesperrt.

Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe verleiht den Preis alle zwei Jahre. Bisherige Preisträger sind etwa Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (1918-2015) und die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS. 

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Jordaniens König Abdullah II. 
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