Chancengerechtigkeit in Schulen mangelhaft
Gleiche Chancen für alle - davon ist das deutsche Schulsystem weit entfernt.

So haben Kinder armer Eltern oder von Migranten nach wie vor in allen Bundesländern deutlich geringere Chancen, nach der Grundschule ein Gymnasium zu besuchen, als Kinder von Akademikern - selbst bei gemessener gleicher Intelligenz.

Besonders ausgeprägt ist diese Chancenungleichheit in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die Abitur-Chancen von Akademikerkindern sind hier im Schnitt 6,1 mal größer als die von Kindern aus niedrigeren Schichten. In Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen und Sachsen sind diese Chancen im Schnitt nur 2,5 mal so hoch.

Untersucht wurden für den „Chancenspiegel“ vier Bereiche, und zwar die Förderung von Lernbehinderten („Integrationskraft“), die Chancen für Kinder aus bildungsfernen Schichten, das Abitur zu erwerben (soziale „Durchlässigkeit“), die Leistungen beim Lesen und Textverständnis („Kompetenzförderung“) sowie der Anteil von Schülern mit weiterführenden Abschlüssen und ihre Chancen auf dem Ausbildungsstellenmarkt („Zertifikatsvergabe“).

Trotz der seit 2009 auch für Deutschland geltenden UN-Konvention mit dem Rechtsanspruch von lern- wie körperbehinderten Kindern auf den Besuch einer „normalen“ Schule (Inklusion) gibt es auch hier deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Während Berlin, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und auch Schleswig-Holstein hier inzwischen erste Fortschritte verzeichnen, liegen vor allem Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen noch weit zurück. 

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