Chipmangel bremst Autozulieferer Hella
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Das Firmenlogo steht auf der Zentrale des Automobilzulieferers "Hella" in Lippstadt.
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"Wir sehen da schon erhebliche Auswirkungen", betonte der Chef des Licht- und Elektronikspezialisten bei der Vorlage der Halbjahreszahlen. "Teilweise mussten wir unsere Linien anhalten."

Hersteller stellten auf Unterhaltungselektronik um

Während des Auto-Absatzeinbruchs zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr 2020 stellten viele Chiphersteller ihre Produktion auf Unterhaltungselektronik um - das zuletzt wieder besser laufende Autogeschäft bekam dann Engpässe zu spüren. Die Hersteller hätten nicht schnell genug auf die wachsende Chipnachfrage reagieren können, weil die Produktion solcher Bauteile Vorlaufzeiten zwischen drei und sechs Monaten habe, sagte Breidenbach. Das führe zu Verknappungen, was derzeit auch die Autobauer Volkswagen und Daimler zu spüren bekommen.

Hella ist im laufenden Geschäftsjahr besser durch die Corona-Krise gekommen als anfangs befürchtet. Das zweite Quartal sei positiver gelaufen als erwartet, sagte Breidenbach. "Wir können ganz zufrieden sein." Mit einem Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro lag der Konzern um 3 Prozent über dem Vorjahr. Dank der leichten Markterholung und Einsparungen stieg das Konzernergebnis jedoch auf 154 Millionen Euro, nach 85 Millionen vor einem Jahr.

Verhandlungen über Mitarbeiter-Abfindungen startet

Bei Hella läuft ein Programm zum Personalabbau. Der Zulieferer hatte seine weltweite Stammbelegschaft um 5,5 Prozent auf rund 35.750 Beschäftigte reduziert. Noch nicht in dieser Zahl enthalten ist der geplante Stellenabbau am Stammsitz Lippstadt, wo früheren Angaben zufolge bis Ende 2023 rund 900 Stellen in Verwaltung und Entwicklung gestrichen werden sollen. In Kürze würden Verhandlungen zu einem freiwilligem Abfindungsprogramm beginnen, sagte Breidenbach. Zum 31. März schließt Hella den Standort in Regensburg.

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