Couch als Notquartier für Studenten
Bild: Mense
Bequemes Plätzchen auf der Couch gefällig? Janine Meiser und Tim Osterhaus vom Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) wollen mit dem Projekt „Deine Couch für Erstis“ Notquartiere für Studienanfänger bereitstellen. Außerdem verbessert der Asta ab Oktober seinen Internet-Service bei der Wohnungsvermittlung (www.dasbrett.ms).
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40 Notquartiere sind dem Asta bereits zur Vermittlung angeboten worden, berichtete Asta-Vorsitzende Janine Meister gestern. Der Wunsch nach einem Studium in Münster soll nicht an fehlendem Wohnraum scheitern.  Deshalb mobilisiert eine Allianz von Hochschulen, Stadt und Bürgerschaft zusätzliche Zimmer, Appartements und Wohnungen. Mit verteilten Rollen sorgt sie unter anderem für die Nutzung freiwerdender Häuser der britischen Streitkräfte, für den Bau von neuen Wohnanlagen, für mehr Vermietung durch private Haus- und Wohnungseigentümer, für die Erschließung von Mietwohnraum in Nachbarkommunen und eine neue Online-Wohnungsvermittlung.

Münster ist gefragt

Münster ist gefragt - auch bei Studentinnen und Studenten. Schon jetzt ist es für Studierende schwieriger als in den vergangenen Jahren, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Ab 2013 wird es richtig eng, dann ist mit dem doppelten Abiturjahrgang die Nachfragespitze absehbar - schließlich werden in Münster bis 2015 im Vergleich zum Jahr 2011 zirka 5800 zusätzliche Studienplätze geschaffen. Stadt, Universität, Fachhochschule, Studentenwerk sowie Allgemeine Studierendenausschüsse von Universität und Fachhochschule haben deshalb einen „Arbeitskreis studentische Wohnraumversorgung“ gebildet. In diesem Netzwerk führen sie Informationen, Ideen und Initiativen zusammen und schmieden Projektkooperationen. Allen ist klar, dass die Herausforderung zugleich eine große Chance für die Zukunft der gesamten Stadt birgt, die sich das Leitmotiv „Wissenschaft und Lebensart“ gegeben hat. Oberbürgermeister Markus Lewe: „Die Entwicklungschancen Münsters sind essentiell mit der Attraktivität der Universitäts- und Hochschulstadt verbunden.“

Dramatischer Engpass droht

Dennoch ist ein Engpass absehbar, falls der Appell der Allianz nicht fruchtet. Zwar stockt das Studentenwerk Münster die Zahl der Wohnplätze von derzeit 4700 bis Herbst 2014 auf 5400 Einheiten auf. Für die steigende Nachfrage reicht das aber nicht. So sucht die Stadt bereits Standorte für Containerunterkünfte. Derweil gehen beim Asta bereits tägliche Hilferufe von wohnungssuchenden Studienanfängern ein. Aus der Not heraus ist bereits einmal Quartier auf einem Campingplatz bezogen worden, berichtete Asta-Referent Tim Osterhaus.

Abzug der Briten ein Glücksfall

Ein Glücksfall für Münster ist der Abzug der britischen Streitkräfte. Noch im Oktober sollen 32 ehemals von Armeeangehörigen genutzten Häusern für studentische Wohngemeinschaften zur Verfügung stehen. Die Mietverträge sind allerdings zunächst auf ein Jahr befristet. Uni-Rektorin Prof. Ursula Nelles forderte dazu auf, alles daran zu setzen, dass die durch den Abzug der Briten frei werdenden 800 Wohnhäuser für studentische Zwecke genutzt werden können.

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