DPD eröffnet neues Paketzentrum
Bild: Evers
Der Paketdienstleister DPD hat am Mittwoch  in Hamm sein bislang größtes Sortierzentrum eröffnet. Auf 122.000 Quadratmetern Fläche werden ab dem 7. September 80 000 Pakete täglich umgeschlagen. Das Unternehmen investierte 50 Millionen Euro in den Standort. Künftig verlassen täglich 160 Paketfahrzeuge das Depot – und beliefern Empfänger im Sauerland, dem östlichen Ruhrgebiet und Teilen des Münsterlands. Das Bild zeigt Depotleiter Heinz-Peter Gerwin (l.) und Projektleiter Lukas Bauer
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Die Dimensionen des Bauwerks sind gewaltig: 400 Meter lang ist der Gebäudekomplex. Alleine der Kernbereich, das Sortierzentrum in der Mitte des Gebäude-Ensembles, ist so groß wie zwei Fußballfelder. 80.000 Pakete sollen ab dem 7. September von dem Giganten am südwestlichen Stadtrand Hamms täglich umgeschlagen werden. „Diese Menge wird schrittweise auf 200.000 Pakete erhöht“, erklärt Depotleiter Heinz-Peter Gerwin bei einem Rundgang durch das Gebäude. Zu Beginn sind in Hamm mehr als 350 Arbeitskräfte im Einsatz. Diese Zahl wird im Endausbau auf mehr als 800 Beschäftigte anwachsen.

Mehr Online-Handel - Rückgang im stationären Handel

„Ich freue mich über diese Arbeitsplätze“, sagte Hamms Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) gestern bei der offiziellen Einweihung vor den geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Hunsteger-Petermann brachte aber auch Sorge angesichts der großen Veränderungen in der Gesellschaft zum Ausdruck: „Wenn sich der Online-Handel verdoppelt, bedeutet das auf der anderen Seite eine Verringerung des Umsatzes im stationären Einzelhandel“, sagte der Oberbürgermeister.

 Nach Auskunft von Depotleiter Gerwin sind etwa die Hälfte der geschaffenen Arbeitsplätze Vollzeitbeschäftigungen. Es gebe auch Arbeitskräfte im Niedriglohnbereich. Genaue Zahlen dazu wollte Gerwin nicht nennen. Von Hamm würden künftig 160 Auslieferfahrzeuge täglich zu den Adressaten fahren, sagte der Depotleiter weiter. In der Endausbaustufe seien es dann sogar bis zu 320 Fahrzeuge. Angeliefert werden die Pakete von 150 Lkw täglich. Angesichts dieses Verkehrsaufkommens wünschte sich der DPD-Vorstandschef Boris Winkelmann einen eigenen Autobahnanschluss. Hamms Oberbürgermeister winkte gestern erst einmal ab: Da gebe es zuvor noch andere dringliche Verkehrsanbindungen für die Region: „Und auf die warten wir schon seit Jahrzehnten“, sagte Hunsteger-Petermann.

Online-Handel wächst

Der blühende Online-Handel treibt alle Paketzusteller zum massiven Ausbau ihrer Infrastruktur an. Das Geschäft mit dem Pakettransport wächst explosiv. Es wird alles verschickt: von nur wenige Euro teuren Kleinteilen bis hin zu Autoreifen samt Felgen oder Kühlschränken. Nach Angaben des Bundesverbands Paket und Expresslogistik lag der Zuwachs im Jahr 2016 bei mehr als 13 Prozent. Insgesamt wurden im Jahr 2016 rund 3,16 Milliarden Sendungen befördert. DPD-Vorstandschef Boris Winkelmann erwartet, dass das Sendevolumen bis 2020, spätestens 2021, auf mehr als vier Milliarden Sendungen ansteigen wird. Eine Untersuchung der Unternehmensberater von McKinsey rechnet bis 2025 sogar mit einer Verdoppelung der transportierten Paketzahl. DPD betreibt derzeit 78 Verteilzentren in Deutschland und baut das Netz rasch aus.

Branchenprimus Deutsche Post DHL hat ebenfalls mit einem massiven Investitionsprogramm auf den wachsenden Onlinehandel reagiert und insgesamt rund 750 Millionen Euro in die Hand genommen. Der Konzern betreibt seit zwei Jahren das größte und modernste Paketzentrum Deutschlands in Obertshausen bei Frankfurt. Ende 2019 wird auf dem Gelände des ehemaligen Opel-Werks in Bochum-Laer ein neues DHL-Paketzentrum den Betrieb aufnehmen. Wie in Obertshausen sollen dort bis zu 50 000 Pakete pro Stunde oder 400 000 pro Schicht sortiert werden.

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