Dano: Mithäftling beschuldigt Angeklagten
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Ein Mithäftling hat am Donnerstag im Prozess um den Mord an Dano aus Herford den angeklagten 43-Jährigen einer weiteren Tat beschuldigt.

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Unter einem Vorwand habe er zusammen mit einem zweiten Mithäftling den Angeklagten zum Reden gebracht. Der 43-Jährige habe zugegeben, nicht nur den kleinen Dano umgebracht zu haben, sagte der Mithäftling. Er habe auch eingeräumt, 2007 die achtjährige Jenisa in Hannover getötet zu haben. Beide Kinder habe er auch missbraucht.

Vor allem habe er aber die Familie seiner Lebensgefährtin bestrafen wollen, soll der 43-Jährige gesagt haben. Dieses angebliche Geständnis hatte der 34-jährige Mithäftling aufgeschrieben und den Ermittlern in der Hoffnung auf eine frühe Entlassung aus der Haft übergeben. Alle Seiten habe der Angeklagte unterschrieben, behauptete der Mithäftling.

Dagegen hatte der Angeklagte am Vortag betont, er habe eine Menge Blanko-Blätter unterschrieben, weil der Mithäftling nach seiner Entlassung diverse Dinge für ihn regeln wollte. Den Inhalt des angeblichen Geständnisses bestreitet er.

Angeklagter gibt zu, Dano erstickt zu haben

Gegenüber den Ermittlern und vor Gericht hat der 43-Jährige zugegeben, Dano am 14. März in einer Stresssituation wegen der Trennung von seiner Lebensgefährtin und seinen fünf Kindern in seine Wohnung gelassen und geohrfeigt zu haben. Als Dano schrie, habe er die Nerven verloren und ihn erstickt ohne dies gewollt zu haben. Die Erdrosselungsspur am Hals erklärte er damit, dass er die Leiche auf einem Trolley transportieren wollte und sie - eingewickelt in Taschen und Laken - mit einem Kabel um den Hals am Trolley festgebunden habe.

Nach Hinweisen der beiden Mithäftlinge hatte die Polizei im Sommer in einem Waldstück bei Hannover die Überreste Jenisas gefunden. Das Mädchen wollte 2007 seine Tante besuchen, die Lebensgefährtin des Angeklagten. Dann verschwand das Mädchen. Zudem wurde nach einem Hinweis der Mithäftlinge der Trolley in Herford entdeckt. Hintergrund von ständigen Streitereien des Angeklagten mit der Familie seiner Lebensgefährtin sollen die unterschiedliche Herkunft und das „Brautgeld“ gewesen sein. Der 43-Jährige stammt aus der Türkei, die Lebensgefährtin aus Albanien. Der Mann habe das vereinbarte „Brautgeld “nicht gezahlt, hatte die Frau am Vortag vor Gericht ausgesagt. Dem angeblichen Geständnis im Gefängnis zufolge soll der 43-Jährige einen Hass auf Albaner haben. Darum soll er auch Dano ausgewählt haben, dessen Familie aus Albanien stammt.

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