Demenzkranke brauchen mehr Zuwendung
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Mit einem Plakat in einer Straßenbahn wirbt die Diakonie in Düsseldorf um Familienanschluss für Menschen mit Demenz. In Münster startete gestern das Aktionsjahr „Demenz im Blick“.
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Eine nicht auf Menschen mit Demenz abgestimmte Versorgung könne den Verlauf der Krankheit beschleunigen, beklagte die Ministerin. Nach ihren Angaben sind in NRW derzeit 300.000 Menschen an einer Demenz erkrankt. Bis zum Jahr 2050 rechnet Steffens mit einem Anstieg auf 600.000 Patienten. Bundesweit sind es heute 1,4 Millionen Patienten, 2050 werden es rund drei Millionen sein.

Versorgungsmodelle gut, aber nicht flächendeckend

„Vielfach existieren zwar gute Versorgungsmodelle, sie stehen aber nicht flächendeckend zur Verfügung“, kritisierte der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst. Durch die fehlende Vernetzung der Angebote komme es häufig zu Brüchen in der Versorgungskette. „In unserem Gesundheitswesen fehlen die entsprechenden Strukturen und auch finanziellen Rahmenbedingungen, Patienten mit Demenz würdevoll und adäquat versorgen zu können“, sagte Windhorst.

Mit Zuwendung gegen Unsicherheit und Angst

Doch es fehle nicht nur am Geld, es fehle auch an Zuwendung, kritisierte Windhorst. Die Gesellschaft entledige sich hier auf oft würdelose Art eines für sie unbequemen Themas. „Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen brauchen noch stärker als andere Kranke menschliche Zuwendung. Wenn Erinnerung und Orientierung verloren gehen, kommen Unsicherheit und damit Angst“, sagte Steffens. Die Ministerin kündigte an, Krankenhäuser in Zukunft für die Pflege finanziell besser auszustatten. „Pflege spielt bei der Bewertung eine wichtige Rolle, weil Demenzkranke ein großes Bedürfnis an Zuwendung und Körper-Kontakt haben“, merkte Steffens an.

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