Der „Gelbe Engel“ und die Wegfahrsperre
Bild: Osthaus

An der Batterie liegt es nicht, dass der Motor von (v. l.) Peter Breunings VW Passat nicht mehr anspringen will. Das hat ADAC-Straßenwachtfahrer Julian Klaßen bei einem Blick unter die Motorhaube des in Münster liegen gebliebenen Wagens schnell herausgefunden.

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Jetzt stehen die beiden und das Auto vor Breunings Haus in Münster. „Das ist die Wegfahrsperre“, erläutert Klaßen. „Die spinnt, weil das Auto lange in der prallen Sonne gestanden hat.“ In dem Schlüssel sei ein Mikrochip, der die Wegfahrsperre deaktivieren soll. Wegfahrsperre und Chip erkennen sich aber gegenseitig nicht mehr. Jetzt müssen beide in einer Werkstatt neu aufeinander programmiert werden.

Der 28-Jährige ist gelernter Kfz-Meister und seit fünf Jahren als „Gelber Engel“ im Einsatz. „Es ist anders als in einer Werkstatt zu arbeiten“, sagt er. Klar, denn er fährt mit seinem „gelben Auto“, wie seine Familie es nennt, täglich 150 bis 300 Dienstkilometer – 55 000 im Jahr. Sein Einsatzgebiet und das seiner – zu dieser Uhrzeit – drei Kollegen liegt zwischen Lengerich, Hamm und Coesfeld. „Je nachdem, wer gerade wo ist, überschneidet sich dieses Gebiet mit denen der Kollegen etwa im Ruhrgebiet oder im Sauerland“, erläutert Klaßen. Die Anfahrtwege sollen kurz bleiben. Das koordiniert der Disponent, der Aufträge verteilt und bei dem sich Klaßen nach jedem erfolgreichen Einsatz zurückmeldet.

„Manchmal fallen die Wegfahrsperren- Chips aus den Schlüsseln heraus. Ich habe schon das ein oder andere Treppenhaus danach durchsucht“, erzählt Klaßen lachend. „Oft erfolgreich!“, ergänzt er und zwinkert. Doch Breunings Chip ist da und die Wegfahrsperre des VW lässt trotzdem sich nicht überzeugen, den Wagen fahren zu lassen. Dem Straßenwachtfahrer bleibt nichts anderes übrig als das Auto abschleppen zu lassen. Für ADAC-Mitglied Breuning ist das kostenlos.

Über weitere Fälle von Klaßens Tour, Details zu seinem beruflichen Alltag und Angaben zur Organisation und zu Mitgliederzahlen des  ADAC lesen Sie in der Samstagsausgabe der „Glocke“.

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