Der Klimawandel setzt dem Wald stark zu
Bild: Helmers
Das Sorgenkind der Förster, die Eiche, hat sich in den vergangenen Jahren etwas erholt. Das Bild zeigt Adalbert Koch vom Regionalforstamt Münsterland im Tiergarten in Münster-Wolbeck.
Bild: Helmers

Nur 28 Prozent der Bäume gelten darin als gesund. Die anderen haben Blätter oder Nadeln gelassen, in schwachem bis starkem Ausmaß. Es ist der Klimawandel, der ihnen so stark zusetzt. Das Wetter wird wärmer, und es fällt weniger Regen. Die Krone lichtet sich, schließlich stirbt der Baum ab. Zum Vergleich: Bei der ersten Waldzustandserhebung 1984 wurden nur 10 Prozent der Bäume in NRW als stark geschädigt eingestuft, 59 Prozent von ihnen ging es gut.

Die Mischung macht es

Das ehrgeizige Ziel der Forstleute und Waldbesitzer ist es, den Wald an das veränderte Klima anzupassen. Ihr Rezept: Beim Pflanzen auf Vielfalt setzen. „Das ist unsere große Herausforderung des 21. Jahrhunderts“, sagte Andreas Wiebe, Leiter des Landesbetriebs Wald und Holz, am Freitag in Münster. Das Idealbild sei ein Nebeneinander von Laub- und Nadelbäumen sowie heimischen Arten und nicht heimischen Arten. Daher pflanzen die Experten gezielt auch Douglasien und Roteichen an, die aus Nordamerika stammen. „Sie haben sich als sehr widerstandsfähig erwiesen und passen daher gut nach NRW.“

Sorgenkind Eiche erholt sich

Laut Waldzustandsbericht ging es Buchen und Fichten in diesem Jahr schlechter, während der Kiefer hingegen der Klimawandel nicht so viel auszumachen scheint. „Und unser Sorgenkind, die Eiche, hat sich in den vergangenen Jahren leicht erholt“, erklärte Lutz Falkenried, Leiter der Waldzustandserhebung von Wald und Holz NRW. „Sie ist noch weit entfernt davon, als gesunde Baumart zu gelten, aber es ist ein Grund zur Hoffnung.“

Eschen fallen Pilz zum Opfer

Der Esche wiederum macht eine neue Krankheit zu schaffen: das Eschentriebsterben. „Ein Pilz lässt Blätter und Triebe absterben“, sagte Lutz Falkenried. „Deshalb wollen wir Eschen ausfindig machen, die nicht anfällig für den Pilz sind, und künftig deren Saatgut verwenden.“ Der Landesbetrieb Wald und Holz geht davon aus, dass mehr als 90 Prozent der Eschen in Nordrhein-Westfalen von der europaweit grassierenden Pilzerkrankung befallen werden könnten. „Wenn wir hier nicht gegensteuern, wird die Esche aus unseren Wäldern endgültig verschwinden“, warnte Minister Johannes Remmel.  

SOCIAL BOOKMARKS