Der Kultur den Weg in digitale Welten ebnen
Bild: Gog
Kultureinrichtungen in Westfalen müssen sich den digitalen Welten öffnen. Das machten Kathrin Strotmann (l.) vom Münsterland e.V. und Jana Duda vom Kulturbüro Ostwestfalen-Lippe (M.) als Mitveranstalter des Kultur-Hackathons am Wochenende auf Zeche Zollern in Dortmund deutlich. Auch der Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, Mathias Löb, war bei der Eröffnung von „Coding da Vinci“ dabei.
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Hackathon ist eine Wortschöpfung aus Hacken und Marathon. Bei „Coding da Vinci“ führte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in der historischen Kulisse seines Industriemuseums Zeche Zollern Programmierer, Designer, Spieleentwickler, Grafiker und andere IT-Spezialisten mit Kultureinrichtungen aus der Region zusammen, um gemeinsam Ideen für neue digitale Projekte zu entwickeln. Unterstützung sicherte Marie-Kristin Meier von der Kulturstiftung des Bundes zu.

2100 Gigabyte lassen Server zittern

23 Kulturinstitutionen hatten in den vergangenen Wochen die Basis für ihren Hackathon geschaffen, in dem sie insgesamt 2100 Gigabyte Datensätze aus ihren Bereichen bereitstellten. Das Spektrum reicht von Fotoserien und Filmen über Volkslieder und Industrieklänge bis hin zu Bikini-Kunst und Landkarten. „Da hat der Server manchmal ganz schön gezittert“, räumte Projektleiter Konrad Gutkowski ein. Das war etwa der Fall, als das Bibelmuseum Münster zehn vollständig digitalisierte Bibeln aus den Jahren 1483 bis 1670 samt Illustrationen von Lucas Cranach hochlud. Mächtig zu tun hatte der Server auch, als die Museumsschule in Hiddenhausen (Kreis Herford) die historische Einrichtung samt Schulwandbildern und Lehrtafeln aus den Jahren 1847 bis 1920 digital zur Verfügung stellte.

Alle Datengeber von A wie Archiv der Arbeiterjugendbewegung über M wie Marta Herford bis hin zu V wie Volkskundliche Kommission für Westfalen hatten zum Auftakt des Hackathons jeweils eine Minute Zeit, den Kreativen im Saal Geschmack auf ihre Daten zu machen. Die Digitalexperten starteten gestern in eine achtwöchige Arbeitsphase, in der sie versuchen, auf Grundlage eines oder mehrerer Datensätze Prototypen von Online-Spielen, Apps oder Anwendungen der Virtuellen Realität (VR) zu schaffen.

Ergebnisse werden im Dezember präsentiert

Die öffentliche Präsentation der Ergebnisse ist für Freitag, 6. Dezember, im Dortmunder U geplant. Begeistert von der Premiere des Kultur-Hackathons auf Zeche Zollern zeigte sich LWL-Direktor Mathias Löb. An einem Ort, an dem früher Bergleute nach dem schwarzen Gold gegraben hätten, würden Digitalprofis jetzt erfolgreich nach Schätzen in Kulturdaten graben, machte der Gastgeber deutlich: „Glückauf“.

„Coding da Vinci“ hat in den vergangenen fünf Jahren in anderen Bundesländern bereits 120 Projekte aus den von 150 Kultureinrichtungen digital bereitgestellten Datensätzen hervorgebracht. Viel Beachtung fand dabei beispielsweise eine Anwendung der Virtuellen Realität (VR), die den Verlauf der Berliner Mauer sichtbar macht.

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