Detmolder Ekel-Koch zeigt sich einsichtig
Symbolbild: dpa
Lebensmittelkontrolleure stellten in dem Betrieb mehrfach Verstöße fest. Jetzt ist der Betreiber dafür zur Rechenschaft gezogen worden.
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Von Ulrich Pfaff

In der Küche gab es viele Anzeichen des Verfalls: Auftauflüssigkeit auf dem Boden, Maden in der Fischsuppe, verdorbene Muscheln, ungenießbares Fleisch. Das Detmolder Restaurant „Toro Blanco“ entpuppte sich eher als Schwarzes Schaf der Branche denn als der namensgebende weiße Stier. Für seinen Inhaber bleibt es nach einer Berufungsverhandlung dabei: Er muss mehr als  10.000 Euro Strafe für die Zustände in der Küche zahlen.

Kontrolleure stellen unhaltbare Zustände fest

Der Fall hatte im vergangenen Winter bundesweit Schlagzeilen gemacht. Maden in der Fischsuppe eines Gastes hatten zu einer Anzeige bei der Lebensmittelüberwachung geführt, die den Betrieb bereits längst auf dem Schirm hatte. Im Dezember bekam Inhaber (54) vom Amtsgericht die Quittung für beharrliche und wiederholte Verstöße gegen das Lebensmittelgesetz: 7200 Euro Geldstrafe und 3200 Euro gesammelte Bußgelder.

Er legte Berufung ein, die am Dienstag vor dem Landgericht verhandelt wurde. Die Lebensmittelaufsicht des Kreises hatte seit Herbst 2017 bei mehreren Kontrollen unhaltbare hygienische Zustände in Küche und Lagerräumen des Restaurants festgestellt. Dazu gehörten starke Verunreinigungen mit Lebensmittel- und Fettresten an Wänden und Böden sowie an den Kochutensilien. Zum Teil standen Tiefkühlwaren Zentimeter hoch in Auftauflüssigkeit.

Staatsanwältin zieht Antrag auf Bewährungsstrafe zurück

Zwei Mal mussten nach den Kontrollen Lebensmittel in erheblichen Mengen vernichtet werden, weil sie nicht mehr verzehrfähig waren – fast 300 Kilogramm zusammengerechnet. Sein Restaurant, so gab es der Angeklagte jetzt zu Protokoll, habe er nach einer schweren Erkrankung 2014 nicht mehr richtig in den Griff bekommen.

Vor dem Amtsgericht hatte er noch alle Schuld von sich gewesen und auf seine Mitarbeiter geschoben – die hätten halt nicht richtig sauber gemacht. „Wenn der Angeklagte bei dem Unsinn geblieben wäre, den er in erster Instanz erzählt hat, dann wäre ich auch bei meinem Antrag geblieben“, erklärte Staatsanwältin Nora Rehm – das waren neun Monate auf Bewährung gewesen. Angesichts des Geständnisses zog sie die Berufung zurück ebenso zurück wie die Verteidigung. So werden die Geldstrafe und die beiden Bußgelder rechtskräftig.

Das Restaurant ist seit Dezember geschlossen, das Gewerbe hat der Ekel-Koch mittlerweile abgemeldet. Freudscher Versprecher der Richterin: „Also besteht nicht mehr die Gefahr...äh Möglichkeit, dass Sie nochmal arbeiten.“

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