Dortmund siegt, Schalke nur Remis
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Das war der Ausgleich: Dortmunds Marco Reus (l-r), Mats Hummels, Robert Lewandowski und Lukasz Piszczek jubeln über das 1:1 durch Lewandowski.
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Für die Bremer traf Franco di Santo (15. Minute), für Schalke erzielte Leon Goretzka den Ausgleich (33.). Beide Teams boten eine unterhaltsame Partie, die nach Schalkes schwacher Anfangsphase hin- und herwogte. Mit viel Einsatz und Leidenschaft, aber auch mit einigen gelungenen Spielzügen begeisterten beide Teams die 42.100 Zuschauer im Weserstadion.

Ein Klassenunterschied zwischen dem Champions-League-Teilnehmer aus Gelsenkirchen und dem seit ein paar Jahren schwächelnden Gastgeber war nicht zu erkennen. Die Bremer waren anfangs sogar das dominierende Team und zeigten sechs Tage nach dem Derby-Sieg gegen Hannover 96 erneut eine konzentrierte Vorstellung. In der gleichen Aufstellung wie bei den Niedersachsen spielte Werder hinten sicher und demonstrierte mehrfach ein gelungenes Umschaltspiel.

Die Gäste begannen defensiv. Im Mittelfeld der Gelsenkirchener liefen zunächst viele Aktionen über Kevin-Prince Boateng, der nach Ablauf seiner Gelbsperre wieder in die Startelf gerückt war. Der ghanaische Nationalspieler konnte als Regisseur keine Akzente setzen - und Schalkes Coach Jens Keller reagierte. Als der Trainer ihn Mitte der ersten Halbzeit in das defensive Mittelfeld zurückbeorderte, wurde nicht nur Boatengs Spiel, sondern das der gesamten Schalker Mannschaft besser. Der auf die Zehner-Position gerückte Julian Draxler erwies sich als der bessere Spielgestalter. Wenige Anspiele von seinen Mitspielern erhielt Klaas-Jan Huntelaar. Der niederländische Torjäger musste sich als einzige Spitze mit Sebastian Prödl und Luca Caldirola auseinandersetzen und kam nur selten zur Entfaltung.

Gefährlicher war Werders Mittelstürmer di Santo. Der Argentinier tunnelte zunächst bei seinem vierten Saisontreffer nach einem Pass von Eljero Elia den Schalker Keeper Ralf Fährmann, ehe er nur zwei Minuten später nach einer Vorlage von Aaron Hunt knapp scheiterte: Fährmann lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an den Pfosten. Ärgerlich für Werder: Torschütze di Santo sah die fünfte Gelbe Karte und fehlt kommende Woche in Mainz.

Schalkes Torwart Ralf Fährmann überzeugte auch in Bremen.
Schalke kam lange Zeit gar nicht vor das Bremer Tor, zeigte sich dann allerdings effektiv. Nach einer missglückten Abwehraktion von Sebastian Prödl reagierte Goretzka sofort und zog aus rund 15 Metern ab. Am Ende musste jedoch erneut Fährmann mehrfach retten.

Borussia Dortmund ist der angestrebten direkten Champions-League-Qualifikation einen großen Schritt näher gekommen. Mit dem 2:1 (0:1) über den VfL Wolfsburg verteidigte der Revierclub im Topspiel der Fußball-Bundesliga den zweiten Platz und baute seinen Vorsprung auf den Tabellen-4. auf zehn Punkte aus.

BVB siegt im Schlussspurt

Unbeeindruckt von der kräftezehrenden Terminhatz in den vergangenen Wochen bot der BVB nach schwacher erster Halbzeit einen starken Schlussspurt und hielt den Mitkonkurrenten am Samstag vor 80 645 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park dank der Tore von Robert Lewandowski (51.) und Marco Reus (77.) auf Distanz. Dagegen mussten die zuletzt viermal unbesiegten Norddeutschen trotz des Treffers von Ivica Olic (34.) und einer starken Vorstellung einen Rückschlag im Kampf um Europa hinnehmen.

Der Wunsch von BVB-Coach Klopp, dass der beim 0:3 in Madrid schmerzlich vermisste Rückkehrer Lewandowski das Angriffsspiel seiner Mannschaft beleben könnte, ging nicht in Erfüllung. Bei allem Einsatz fand die Borussia keine probaten Mittel, um die gut organisierte Wolfsburger Defensive in Verlegenheit zu bringen. Lediglich bei einem Schuss von Reus (8.) musste Diego-Benaglio-Ersatz Max Grün eingreifen. Ansonsten bekam der Gäste-Keeper wenig zu tun. Größere Möglichkeiten zur frühen Führung hatten die "Wölfe", die neben Bast Dost und Slobodan Medojevic auch auf Torhüter Benaglio und Abwehrspieler Timm Klose verzichten mussten. Doch sowohl Olic (10.) als auch Neuzugang Kevin de Bruyne (24.) verfehlten das Tor. Zudem verhinderte der für den verletzten Roman Weidenfeller eingesetzte Torhüter Mitch Langerak mit einer Glanzparade ein Eigentor von BVB-Nationalspieler Mats Hummels (25.).

Wenig später wurde die forsche Gangart der Wolfsburger doch noch belohnt. Einen Kopfball von Junior Malanda konnte Langerak nur abklatschen. Das nutzte Olic aus kurzer Distanz zu seinem 11. Saisontreffer. Mit viel Glück entging der BVB dem 0:2 noch vor der Pause. Nach Zuspiel des starken de Bruyne beförderte Olic (40.) den Ball gleich zweimal an die Unterkante der Latte.

Reus erzielt Siegtreffer

Marco Reus (2.v.l.) sicherte Dortmund den Sieg.
Erst nach Wiederanpfiff übernahm der Gastgeber die Regie. Der 17. Saisontreffer von Lewandowski erweckte ihn zu neuem Leben. Nach Eckball von Reus erzielte der Pole den Ausgleich mit dem Rücken. Danach drängte die Borussia auf den zweiten Treffer. Doch Henrich Michitarjan vergab in der 70. Minute die große Möglichkeit, das Spiel zu drehen. Das erledigte Reus sieben Minuten später. Nach einem Fehler von Keeper Grün traf er zum 2:1 und verwandelte das Stadion in ein Tollhaus.

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