Ehec-Keim hat im Menschen überlebt
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Der Direktor des Instituts für Hygiene der Universität Münster, Prof. Helge Karch,   geht immer noch der Frage nach, wo der Killer-Keim herkam.
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Wo der Killer-Keim herkam und wie er entstanden ist, treibt Karch und sein Team um, das im Mai das Erbgut des Erregers entschlüsselt hatte. Von Anfang Mai bis Anfang Juli waren in Deutschland 53 Menschen an den Folgen einer EHEC-Infektion gestorben, 3800 erkrankten. Auf wichtige Fragen rund um den Ausbruch des tödlichen Keims wissen selbst Experten wie Karch noch keine Antwort.

„Bis heute ist unklar, wo der Ausbruchsstamm entstanden ist“, sagte der 58-Jährige. „Er könnte aus Afrika stammen, aber auch aus Asien oder woher auch immer.“ Während man die Erreger in Deutschland im Blick habe, wisse niemand, welche EHEC-Typen weltweit grassierten. „Durch die Globalisierung haben wir Kontakt mit Erregern aus der ganzen Welt.“

Auch wie der spezielle Erregertyp entstanden sei und welche Rolle unsere veränderte Umwelt, etwa die Erderwärmung dabei spiele, bleibe ein Rätsel. Um das zu lösen, setzen sich die Wissenschaftler genauestens mit dem Keim auseinander. „Wir haben einen Cocktail an krankmachenden Faktoren, die wir einzeln analysieren, um das Ganze zu verstehen. Das ist wie bei einem Baukasten: Die Bakterien können Bausteine entfernen oder aber hinzufügen und neu kombinieren“, sagte Karch. So wollen die Forscher klären, wieso der Stamm so antibiotikaresistent ist und warum er im Frühsommer so schwere Krankheitsbilder hervorgebracht hat.

Daten von Forschern über Europas Grenzen hinaus müssten zusammengebracht werden, um die Ergebnisse zu bündeln, erklärte der EHEC-Experte. „Wir müssen Erreger, die wir in Lebensmitteln und Tieren gefunden haben, mit menschlichen vergleichen und eine Risikobewertung durchführen.“ So ließe sich erkennen, ob es sich um einen EHEC-Stamm handle, der einen Ausbruch verursachen könnte. „Wir müssen alles tun, um zukünftige Ausbrüche zu verhindern.“

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