Ehec: Rasche Entschlüsselung in Münster
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Schneller als je zuvor konnten Münsteraner Forscher den Ehec- Erreger schon während der Epidemie genau identifizieren.

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Die dafür notwendigen Geräte sind zwar bereits bei zahlreichen Studien verwendet worden, doch waren diese bislang immer rückwärts gerichtet. Jetzt veröffentlichten die Forscher eine Erbgutsequenz, bereits wenige Tage nachdem die ersten Patienten erkrankt und Proben ans UKM gesandt worden waren. So konnten die Forscher Ähnlichkeiten und Unterschiede zu bekannten Stämmen des Ehec-Erregers bestimmen.

Aggressivere Form eines Vorgängerstamms

Im Fall der aktuellen Epidemie war so schnell klar, dass man es mit einer veränderten, aggressiveren Form eines bekannten Vorgängerstamms aus dem Jahr 2001 zu tun hatte. Große Bedeutung hatte dabei die ab dem Jahr 1996 am UKM angelegte Sammlung von Erregerstämmen.

„Geburt einer neuen Disziplin“

Der Münsteraner Mikrobiologe Prof. Dag Harmsen sieht in dem Durchbruch die „Geburt einer neuen Disziplin“. Diagnostik und Überwachung von Infektionskrankheiten könnten sich grundlegend verändern, sagt Dekan Schmitz. Wichtige Informationen lägen schon während des Epidemie- Geschehens vor und könnten bereits die Therapie beeinflussen.

Ende der Epidemie

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin deutet viel darauf hin, dass die aktuelle Ehec-Epidemie sich dem Ende zuneigt. Der letzte Erkrankungsfall mit Nachweis des Erregers sei dem RKI am 7. Juli gemeldet worden.

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