Ehec-Schnelltest wird erprobt
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Die Ehec-Welle rollt unvermindert vor allem durch den Norden Deutschlands. Bis Samstag sind dem gefährlichen Darmkeim zehn Menschen zum Opfer gefallen.
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Ein Modell für den Erreger-Schnelltest gebe es bereits. Dieses werde derzeit getestet, sagte ein Sprecher der Uniklinik Münster am Samstag. Der Schnelltest könne wohl im Laufe der kommenden Woche, eventuell erst zum Ende der Woche zur Verfügung stehen. An dem Test arbeitet das Konsiliarlabor für das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) unter der Leitung des Ehec-Spezialisten Helge Karch. Das Labor hatte auch den Erregertyp ermittelt, der für den aktuellen Ausbruch der Ehec-Infektionen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Ehec-Welle rollt derweil unvermindert vor allem durch den Norden Deutschlands. Bis zum Samstag sind dem gefährlichen Darmkeim zehn Menschen zum Opfer gefallen. Auch die Zahl der Krankheits- und Verdachtsfälle steigt. Nach offizieller Schätzung ist der Höhepunkt noch nicht erreicht.

In NRW sind mindestens 48 Menschen nachweislich durch den Erreger erkrankt. Einschließlich der unbestätigten Verdachtsfälle gibt es damit 84 Erkrankungen. Das durch Ehec hervorgerufene bedrohliche Nierenversagen wurde in 15 Fällen gemeldet.

Wo die Ursache liegt, ist weiter unklar. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger verzichtet auf rohe Tomaten, Gurken und Salat. Betroffene Bauern beklagen bereits Riesenschäden. Angesichts wachsender Skepsis der Verbraucher durch die Ehec-Krise gehen die deutschen Obst- und Gemüseproduzenten in die Offensive. Große Erzeuger haben Stichproben ihrer Produkte testen lassen und meldeten nach entsprechenden Laborbefunden ihr Obst und Gemüse als "Ehec-frei".

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