Eine Frage der Feuerwehr-Ethik
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Feuerwehrleute versuchen auf dem Turm der Sankt Ludgerus-Kirche in Gelsenkirchen, eine Taube zu bergen. In einem fast zweistündigen Einsatz mit Spezialisten hat die Feuerwehr Gelsenkirchen einen am Kirchturm baumelnden Vogel retten wollen. Das schließlich in luftiger Höhe geborgene Tier war eine Taube, die aber wohl schon länger tot war. 
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Passanten hatten den Notruf 112 gewählt, weil ein Vogel an einer Schnur verfangen am Mauerwerk der Kirche hin und her baumelte. "Man konnte von unten meinen, das Tier lebt", schilderte der Sprecher den Anlass des Einsatzes vom Dienstagabend. Auch mit einem Fernglas sei nichts Genaueres zu dem Tier und seinem Zustand erkennbar gewesen.

Zunächst rückten Feuerwehrleute mit einer Drehleiter zur Kirche Sankt Ludgerus im Stadtteil Buer aus. Dann kamen Höhenretter hinzu, die bis in die Turmspitze hinaufstiegen. Einer von ihnen kletterte dann abgesichert auf das Geländer und barg das (bereits verendete) Tier. "Schöner wäre es gewesen, wir hätten Leben retten können", sagte der Feuerwehrsprecher.

Solche Einsätze seien aber im Zweifelsfall auch eine gute Übung für seltene oder noch nicht erlebte Notsituationen. Zudem habe das Tier für Menschen sichtbar an einem Strick gebaumelt. "Das hat auch was mit Ethik zu tun." Im Vorjahr hatten Gelsenkirchener Feuerwehrleute laut Sprecher einen Falken gerettet, der sich auf einem anderen Kirchendach in einem Lawinenschutzgitter verhakt hatte. Einsätze in diesem Umfang seien zwar eher selten, aber Tierrettung gehöre zum "Tagesgeschäft".

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