Eine Million Schritte für geflüchtete Kinder
Bild: Bornhorst
„Ich marschiere für Euch“ nennt der Filmemacher Grigorij Richters (r.) sein Projekt, bei dem er von Paris nach Berlin geht, um geflüchteten Kindern zu helfen. Gestern machte er Station in Münster und war bei Bürgermeisterin Karin Reismann (l.) und Oberbürgermeister Markus Lewe (M.) darum, geflüchteten Kindern Asyl zu gewähren.
Bild: Bornhorst

Seine Mission: Der Hamburger Filmemacher (31) will auf das Schicksal geflüchteter Kinder aufmerksam machen, die in europäischen Auffanglagern ausharren. „I march for you“ („Ich marschiere für Euch“) nennt er seinen mehr als 1000 Kilometer langen Fußweg, der Ende Oktober begann und ihn bis ans Brandenburger Tor führen wird. Dort will er seine Petition, bislang wurden 3000 Unterschriften gesammelt, an Vertreter der Bundesregierung überreichen.

„Ich möchte, dass möglichst vielen Kindern Asyl gewährt wird“, sagt Richters gestern vor dem Historischen Rathaus in Münster. Dort trifft er sich mit Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) und schildert eindringlich die Umstände in Lagern wie im griechischen Camp Moria. Richters beruft sich auf Berichte des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR). Zudem steht er persönlich mit einem Dutzend Kindern in Kontakt.

„Ich werbe dafür, dass die Städte geflüchtete Kinder aus den Auffanglagern in ihren Einrichtungen unterbringen“, betont Richters. Heute ist der Filmemacher in Warendorf und morgen in Bielefeld anzutreffen (jeweils von 10 bis 11 Uhr vor dem Rathaus).

Dem Aktivisten folgt ein kunstvoll gestalteter VW-Bulli, Baujahr 1978. Der Bulli fährt in Schrittgeschwindigkeit hinter ihm her, am Lenkrad sitzen Freunde und Helfer. „Der Bulli dient als Anlaufstelle, damit ich mit den Menschen ins Gespräch komme“, erklärt Richters. Zudem können Unterstützer darauf unterschreiben – Prominente wie der Komiker Helge Schneider haben das getan. Nach der Ankunft in Berlin wird der Bulli versteigert, das Geld fließt an eine Hilfsorganisation.

Pro Tag geht Richters rund 40 Kilometer. Nachts kommt er bei Bekannten unter oder sichert sich über Internetbörsen einen Schlafplatz auf einem Sofa. „Ich frage mich schon manchmal, was ich hier eigentlich mache“, sagt er. „Aber angesichts der elenden Zustände in den Lagern sehe ich es als meine Aufgabe an, Aufmerksamkeit für das Thema zu erzeugen.“

Nähere Informationen im Internet unter www.imarchforyou.org/deutsch

SOCIAL BOOKMARKS