Entsorgung der PCB-Eier hat begonnen

Die mit PCB-belasteten Eier eines Biohofes in Stemwede werden allesamt entsorgt.

Der Kreis Minden-Lübbecke bestätigte, dass die ersten 300.000 Eier abgeholt worden seien. An diesem Donnerstag solle die zweite Ladung mit 300.000 Eiern folgen.

Beim Entsorger Rendac Icker werden die Eier nach einem vorgeschrieben Verfahren behandelt, erklärte Werksleiter Andreas Schawe. Am Ende würden Mehl, Fett und Wasser übrigbleiben. Das Mehl, in dem der Großteil der Giftstoffe bleibt, wird in Zement- oder Kraftwerken verbrannt und so zur Energiegewinnung genutzt. Das Fett gehe in die Biodieselproduktion, das Wasser werde biologisch gereinigt.

Der Hof in Stemwede war vor Ostern gesperrt worden. Woher das PCB kommt, ist noch ungeklärt. Futter und Wasser scheiden aus. Die Ergebnisse der Bodenanalyse sollen nun erst Anfang nächster Woche vorliegen, sagte Wilhelm Deitermann vom NRW-Verbraucherschutzministerium. Das Ministerium bleibe bei seiner Einschätzung, dass die Polychlorierten Biphenyle in den Eiern keine akuten Gesundheitsschäden verursachten.

Ungeklärt ist weiterhin auch, wohin belastete Eier gelangten. Die Verpackungsfirma in Euskirchen, die die Bio-Eier von dem Hof in Stemwede vertrieb, hatte zwar nach verdächtigen Probenergebnissen mehr als 100.000 Eier zurückgeschickt, 7000 waren aber dennoch in Umlauf geraten. „Die können überall hingeliefert worden sein“, sagte der Ministeriumssprecher. Eier mit dem Aufdruck 0-DE-0521041 sind in Hessen, Berlin, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg aufgetaucht.

Chef des Bio-Hofs in Stemwede nach Vorfall verreist

Die Geschäfte und Unterlagen des Hofes in Ostwestfalen werden von staatlichen Betriebsprüfern unter die Lupe genommen. Es habe wohl Lieferungen gegeben, die der Betreiber des Hofes zunächst verschwiegen hatte, sagte Deitermann vom Verbraucherschutzministerium. „Vor diesem Hintergrund ist der Hof nicht mehr glaubwürdig“, sagte der Sprecher am Dienstag. „Wir verlassen uns jetzt nicht mehr auf die Aussagen des Betreibers.“

Der Besitzer des Familienbetriebs war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Ein Mitarbeiter sagte, dass der Besitzer seit Tagen verreist und nicht erreichbar sei. Auf dem Hof würden täglich rund 23.000 Bio-Eier produziert, die aber nicht verkauft werden dürften.

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