Erfolgreiche Produkte aus dem Münsterland
Laminat-Fertigung bei Parador in Coesfeld: Hubert Gehling überwacht die Produktion.

„Wir stehen zum Standort“, betont Hülsta-Geschäftsführer Michael Espenhahn in Stadtlohn (Kreis Borken). Das Geschäftsmodell scheint zu funktionieren: Eine Viertelmilliarde Euro setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr um, die Möbel werden in fünfzig Länder rund um den Globus exportiert.

Was das Geheimnis des Erfolgs ist? „Wir sind besser als die anderen“, zitiert Espenhahn das Unternehmensleitbild und gibt ein Beispiel: Ein Kunde habe sich wegen eines defekten Scharniers an das Unternehmen gewandt und um Ersatz gebeten. Die Schwierigkeit: Der Schrank war 30 Jahre alt, die Schlafzimmer-Serie „Marianne“ längst ausgelaufen, Ersatzteile aus den 80er-Jahren nicht mehr vorrätig. Die Lösung: „Wir haben einen pensionierten Mitarbeiter gefragt“, berichtet Espenhahn. Der Rentner habe gewusst, welche der aktuellen Scharniere an den alten Schrank passen – dem Kunden konnte daraufhin ein passendes Modell geschickt werden.

Neben der Langlebigkeit der Produkte schätzten die Kunden laut Espenhahn besonders die Funktionalität der Möbel. Ein Blick in die 6000 Quadratmeter große Hülsta-Ausstellung in Stadtlohn zeigt, dass das Unternehmen mit seinen Produkten in der iPad-Zeit angekommen ist: Da gibt es etwa Schrankbeleuchtungen, die mit einem Streichen über die Möbeloberfläche ein- oder ausgeschaltet werden können. Aber auch althergebrachte Techniken werden hinterfragt und verbessert: So hat Hülsta einen speziellen Lack für Massivholzmöbel entwickelt. Das Holz mit der neuartigen Oberflächenbehandlung muss anders als das traditionell geölte Material nie mehr nachbehandelt werden.

Auf Innovation und Qualität setzt auch der Bodenbelag-Hersteller Parador. Das Unternehmen der Hüls-Gruppe stellt in einem Werk in Coesfeld und an zwei Standorten in Österreich Laminate, Vinyl- und Parkettböden her. „Ich sehe keine Eintrübung bei der Geschäftsentwicklung“, sagt Geschäftsführer Volkmar Halbe. Paradors Exportquote liegt bei 47 Prozent. „Da wir nach ganz Europa liefern, gibt es immer irgendwo einen Boom.“ Zurzeit sei das Skandinavien.

SOCIAL BOOKMARKS