Explosive Chemikalien in Paderborn gefunden
Symbolbild: dpa
In Paderborn sind am Montag in einer Wohnung hochexplosive Chemikalien gefunden worden. Diese wurden noch am Abend gesprengt.
Symbolbild: dpa

Ein Stoff, der in geringer Menge gefunden worden sei, sei so explosiv gewesen, dass man ihn gar nicht weit hätte transportieren können, sagte ein Polizeisprecher. Daher sei er auf einer Freifläche am Boker Kanal in der Nähe des Fundorts kontrolliert gesprengt worden.

Vier umliegende Häuser in der Nachbarschaft ließen die Ordnungshüter vorsorglich räumen. Den Rest des Sprengstoffs, den der Student aus verschiedenen Chemikalien zusammengemixt hatte, wurde in einem Steinbruch kontrolliert zur Sprengung gebracht. Verletzt wurde niemand.

„Wir selbst konnten die Gefährlichkeit der gefundenen Stoffe nicht einschätzen, deshalb haben wir Sprengstoffspezialisten des Landeskriminalamts hinzugerufen“, erläuterte ein Sprecher der Einsatzkräfte der „Glocke“.

Keine Angaben zu den möglichen Hintergründen

Zu den Hintergründen der Durchsuchung in Paderborn-Sande und zur Frage, wie sie überhaupt auf die Wohnung des Studenten aufmerksam wurde, wollte sich die Polizei am Dienstag zunächst nicht äußern. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, hieß es lediglich.

Auch am Mittwochmorgen gab es keine neuen Erkenntnisse. Man sei immer noch auf der Suche nach dem jungen Mann, erklärte ein Sprecher der Polizei.

Der 20-jährige Chemie-Student an der Universität Paderborn soll laut eines Medienberichts aus Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis) stammen und der Polizei wegen eines ähnlichen Delikts schon im Jahr 2016 aufgefallen sein. Befragen konnten die Ermittler den Mann noch nicht, weil sie ihn bisher nicht in seiner Kellerwohnung in Paderborn-Sande angetroffen haben.

Student wird weiter gesucht

Aktuell werde der 20-jährige Student noch gesucht, sagte der Polizeisprecher. Die Ermittler haben nach eigenen Angaben derzeit keine Hinweise darauf, dass der 20-Jährige den Sprengstoff aus politischen oder religiösen Motiven hergestellt hat.

Gestern wurden auch die Wohnräume eines 17-jährigen Bekannten des Chemie-Studenten durchsucht. Dabei seien aber keine gefährlichen Sprengstoffsubstanzen, sondern nur einige pyrotechnische Gegenstände gefunden worden, hieß es aus Polizeikreisen.

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