Fälschungen verkauft: Händler vor Gericht

Die drei Geschäftsführer eines Münchner Auktionshauses stehen seit Montag in der bayerischen Landeshauptstadt vor Gericht. Sie sollen Kopien von Grafiken, die sie von einem Bielefelder erhielten, bewusst als Originale verkauft haben.

Das gaben sie zum Auftakt ihres Strafprozesses in einer gemeinsamen Erklärung an, die sie am Montag von einem Verteidiger verlesen ließen. Die Anklage wirft dem Trio gewerbsmäßigen Betrug in 190 Fällen vor.

Anwälte: Kein Geständnis

Die Vertreter der Angeklagten wiesen in einer Stellungnahme darauf hin, dass ihre Mandaten in der verlesenen Erklärung keinen Verkauf von Fälschungen gestanden hätten.

Die Kunstwerke sollen die Männer von einem Mann aus Bielefeld gekauft haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll dieser Kopien von Grafiken nachgedruckt und als vermeintliche Originale an Galerien und Auktionshäuser in ganz Deutschland verkauft haben. Die Reproduktionen hat er demnach auf der Vorderseite mit Bleistift nummeriert und auf der Rückseite mit einem Sachverständigen-Zertifikat versehen.

Kopien als Schnäppchen verkauft?

Den drei Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft vor, sie hätten die "Machwerke" seit 2004 bewusst als Originale verkauft - oft als vorgebliches Schnäppchen aus Insolvenzen oder Notlagen der Vorbesitzer heraus.

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