Fall Dano: Anklage fordert lebenslänglich
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Der 43-jährige Angeklagte soll den fünfjährigen Dano im März dieses Jahres in Herford brutal misshandelt und dann erdrosselt haben.  Mit im Bild seine Anwältin Christina Peterhanwahr.
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Die Staatsanwaltschaft hat für den Tod des kleinen Dano aus Herford eine lebenslange Strafe wegen Mordes gefordert. Der 43 Jahre alte Angeklagte habe sich gezielt an der Familie seiner ehemaligen Lebensgefährtin für Demütigungen  rächen wollen, sagte Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann vor dem Landgericht Bielefeld. Die Verteidigung plädierte dagegen auf Körperverletzung mit Todesfolge und eine „angemessene Strafe“.

 Der fünf Jahre alte Dano war am 14. März verschwunden. Drei Wochen später wurde seine Leiche in einem Gebüsch gefunden. Der Angeklagte gab zu, Dano geprügelt und den Mund zugehalten zu haben, um ihn am Schreien zu hindern. Dann habe er gedacht, der Junge sei tot. Den Körper habe er in ein Laken gewickelt, in eine große Einkaufstasche gelegt und den Kopf mit einem Kabel an einem Einkaufstrolley festgeschnallt. Erst da sei der Junge erstickt, argumentierte die Verteidigung. Ein Rechtsmediziner hatte nicht ausgeschlossen, dass Dano erst durch das Kabel am Trolley erstickt sei.

 Die Freiheitsstrafe für Körperverletzung mit Todesfolge beträgt mindestens drei Jahre. Auf Mord steht lebenslang. Der psychiatrische Gutachter bezeichnete den Angeklagten als voll schuldfähig. Das Urteil soll an diesem Mittwoch verkündet werden.

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