Falsche Ärztin mit Haftbefehl gesucht
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Eine mutmaßliche Betrügerin soll sich als Ärztin ausgegeben haben. Sie steht seit Dienstag vor Gericht.

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Die Beschuldigte soll ein halbes Jahr als Ärztin gearbeitet haben - ohne einen der drei vorgegaukelten Doktortitel wirklich zu haben. Ihre Titel will die Angeklagte für Allgemeinmedizin, chinesische Medizin und alternative Behandlungsmethoden erlangt haben.

Ein halbes Jahr lang, von Anfang 2011 bis Juli 2011, war sie vor allem in Lemgo aber auch in anderen Orten aktiv. Sie besuchte ihre ahnungslosen Patienten zu Hause. Das System funktionierte wohl über Mundpropaganda, vermutet Oberstaatsanwalt Ralf Vetter.

Durch Anzeige aufgeflogen

Die 50-jährige ist ihm zufolge angeklagt, weil sie sich mit drei Doktortiteln schmückte, die sie in Wahrheit niemals erlangt habe. Außerdem wirft ihr die Staatsanwaltschaft Betrug in fünf Fällen und gefährliche Körperverletzung in 18 Fällen vor. Die Körperverletzung sei erfolgt, weil die Beschuldigte 18 Mal Spritzen an ihre Patienten verabreichte, erklärte der zuständige Detmolder Oberstaatsanwalt. Dabei seien zwar keine gesundheitlichen Folgen erstanden, allerdings sei die bloße Verabreichung der Medikamente in diesem Fall strafbar.

Aufgeflogen war die Frau, weil die Geschädigten sie anzeigten.

116.000 Euro Schaden entstanden

Die Opfer zahlten 60.000 Euro an die mutmaßliche Betrügerin. Die versprochenen angeblich seltenen Medikamente und Operationen blieb die falsche Ärztin den Betroffenen schuldig. Außerdem nahm die Flüchtige Geld für vermeintliche Immobilienvermittlungen. Insgesamt betitelt Oberstaatsanwalt Vetter den Schaden auf 116.000 Euro.

Auch als Steuerberaterin ausgegeben

Die bereits vorbestrafte Angeklagte bestreitet alle Vorwürfe. 2006 war die Bielefelderin bereits wegen Titelmissbrauchs verurteilt worden. Damals habe sie sich als Steuerberaterin ausgegeben. Dafür erhielt sie bereits eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten.

Für den Titelmissbrauch droht ihr eine Haftstrafe von höchstens einem Jahr, für die Körperverletzung droht eine Haftstrafe von zehn Jahren und für die Betrugsfälle eine Höchststrafe von fünf Jahren. Rein theoretisch könne somit eine Gesamtstrafe von 15 Jahren dabei herauskommen, sagt Oberstaatsanwalt Vetter.

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