Fans aus Münster beim Derby ausgesperrt
Bengalische Feuer im Preußen-Block: Zwischen den Fans aus Münster und Osnabrück knistert es gewaltig. Folge: In dieser Drittliga-Saison bleiben Gästefans außen vor.

Aus Protest gegen den von den Vereinen mitgetragenen Ausschluss der jeweiligen Gästefans in beiden Derbys haben die VfL-Ultras von „Violet Crew“ angekündigt, auf eine laute Unterstützung ihrer Mannschaft zu verzichten. Die Rote Karte für die Gäste-Anhänger von Seiten des DFB in Absprache mit der Polizei aus Osnabrück und Münster sowie den beiden Vereinen ist die drastische Konsequenz aus etlichen Vorfällen in den vergangenen Jahren, wo es in den Fanlagern regelmäßig zu schweren Krawallen mit zahlreichen Verletzten gekommen war. Bis gestern gingen gerade mal 7500 Karten über den Tisch. Viele von denen, die daheim bleiben, werden das Drittliga-Spiel wohl im Internet verfolgen: Der NDR zeigt die Partie im Livestream.

Trotz des geplanten Stimmungsboykotts wirbt der VfL inständig um die Unterstützung seiner Fans. „Ich hoffe, dass möglichst viele über den eigenen Schatten springen. Das Derby ist für uns richtungsweisend – da sollten persönliche Interessen hinten anstehen“, sagt Vizepräsident Uwe Brunn. Die Mannschaft startete gar einen Video-Aufruf im regionalen Fernseh-Sender os1.tv an die Fans mit der Botschaft: Kommt und helft uns.

Kundgebung nur auf einer Route

Fan-Demonstration ja, aber nicht vor dem Stadion: Das Verwaltungsgericht Osnabrück hat dem Eilantrag des Fanprojekts Preußen Münster teilweise stattgegeben. Die geplante Kundgebung unter dem Motto „Hände weg vom Fußball! Gegen Gästeverbote & Repressionen!“ mit erwarteten 600 Teilnehmern darf zwischen 17.30 und 20.30 Uhr nur auf einer von drei vorgegebenen Routen stattfinden. Um ein direktes Aufeinandertreffen der rivalisierenden Fangruppen zu vermeiden, werden die Preußen-Fans von der Osnatel-Arena ferngehalten. Am Spieltag hat die Stadt Osnabrück Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg eingelegt, um die Kundgebung in letzter Minute noch zu verhindern.

Preußen reisen mit breiter Brust an

Reichlich Diskussionsstoff also vor dem Anpfiff, ab 18 Uhr wird endlich Fußball gespielt. Für die Niedersachsen, die unter ihrem neuen Trainer Joe Enochs zunächst dreimal in Serie gewannen, zuletzt aber in Magdeburg (0:3) und Dresden (1:2) zwei Niederlagen einstecken mussten, geht es im Derby um den Anschluss nach oben. Münster indes reist nach vier Siegen in Folge mit breiter Brust und als Tabellenzweiter zum Nachbarn. Der Blick in die Historie spricht die Preußen: In den vergangenen sieben Vergleichen mit Osnabrück gab es keine Niederlage.

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