Fans sauer: Erstes Montagsspiel in Bundesliga
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Ausverkauf oder Aufwertung des Fußballs? Nach der 2. Liga wird es ab dem am Freitag beginnenden 23. Spieltag auch in der Bundesliga Montagsspiele geben. Die Fans sehen die Entwicklung kritisch.
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Viele Vereinsbosse sehen die Entwicklung gelassen, viele Fans sind sauer. Drei Spiele hat die deutsche Fußball-Liga bereits auf einen Montag terminiert. Borussia Dortmund muss beim nächsten Auswärtsspiel gegen den FC Augsburg am Wochenanfang ran. Das Fan-Bündnis „Südtribüne Dortmund“ hat bereits zum Boykott der Begegnung am 26. Februar aufgerufen.

 In der 2. Liga ist die Aufsplittung des Spieltags von Freitag bis Montag schon seit einigen Jahren der Normalfall. Hintergrund sind in beiden Fällen Mehreinnahmen der DFL durch höhere Fernsehgelder. Nach dem Unmut vieler Fußball-Fans über die unbeliebten Montagspiele in der Bundesliga bleiben die Club-Bosse gelassen und haben zumeist Verständnis für die Neuregelung. In einer Umfrage des Fachmagazins „Kicker“ unter den 18 Erstliga-Vereinen wird aber auch Kritik geäußert und eine differenzierte Betrachtungsweise gefordert.

 „Wir müssen bei allen Überlegungen immer darauf achten, dass die Schere zwischen Fan- und Liga-Interessen nicht zu weit auseinandergeht“, forderte Alexander Rosen, Direktor Profifußball bei 1899 Hoffenheim. Die neue Regelung sei vor allem für die Europa-League-Starter nach Donnerstagspielen „sportlich nachvollziehbar“, sagte Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler. Allerdings würden alle Vereine dann auch weniger Zuschauer haben. „Also muss man das neu überdenken“, sagte der Weltmeister von 1990. Und: „Wenn viele Fans die Montagspiele nicht haben wollen, muss man die Idee infrage stellen.“ HSV-Manager Jens Todt zeigte Verständnis für die Fans, aber auch für die Deutsche Fußball Liga (DFL). Schließlich erwarten die Vereine von der DFL „regelmäßig neue Rekord-Abschlüsse in der TV-Vermarktung“.

Bayern-München-Chef Karl-Heinz Rummenigge verwies darauf, dass alle 36 Erst- und Zweitligisten bereits im Juni 2016 die Ansetzung von maximal fünf Montagspielen einstimmig befürwortet hätten. „Daher empfehle ich, dieses Ergebnis nun auch verlässlich und diszipliniert umzusetzen“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

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