Flüchtlinge wie Vieh transportiert 
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Eine Schleuserbande aus Detmold soll 23 Flüchtlinge aus Osteuropa unter unmenschlichen Bedingungen nach Dänemark transportiert haben.
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Das berichtete ein Sprecher der Bundespolizei am Montag in Bad Bramstedt nördlich von Hamburg. Demnach wurden in einem Fall 23 Menschen auf der Ladefläche eines Lieferwagens zusammengepfercht. Deren Martyrium zog sich über mehr als 1300 Kilometer hin. „Die Geschleusten hatten keine Gelegenheit, zwischendurch etwas zu essen, zu trinken oder auch nur eine Toilette aufzusuchen. Sie zahlten für diese Transporte Beträge von jeweils bis zu 9000 Euro", hieß es.

Die Bande soll von der Kleinstadt Lage bei Detmold aus operiert haben. Die Flüchtlinge wurden der Bundespolizei zufolge zumeist nach Dänemark weitergeschleust. Bei einer dieser Aktionen seien vier Leute aus der Bande gegen Ende 2011 nahe Flensburg festgenommen worden. Der fünfte Angeschuldigte sei am Frankfurter Flughafen verhaftet worden. Alle Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft.

Bei elf Touren sollen sie mindestens 67 afghanische, pakistanische und indische Staatsangehörige unerlaubt nach Deutschland geholt haben. Die mutmaßlichen Schleuser stammen aus Pakistan. Vier haben einen italienischen Wohnsitz, einer hat seine Anschrift in Lage.

„Sie müssen sich nun wegen des gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern vor Gericht verantworten", erklärte der Sprecher der Bundespolizei. Der Fall ist beim Landgericht Detmold angeklagt.

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