Flughafen-Modernisierung bringt Erfolg
Bild: PAD
Mit ein wenig weichen Knien, aber auch mit gespannter Vorfreude blickt der bisherige Geschäftsführer des Flughafens Paderborn/Lippstadt, Elmar Kleinert, seiner neuen Aufgabe in Berlin entgegen.
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„Die Glocke“: Herr Kleinert, was haben Sie in Ihren vier Jahren am PAD erreicht?

Kleinert: Wir haben den Flughafen auf ganzer Breite modernisiert. Das begann 2009/10 mit dem Terminal. Wir haben die Attraktivität der Gastronomie-Flächen deutlich erhöht, einen Duty-Free-Shop eingerichtet, den Fluggastpier aufgehübscht, neue Check-In-Anlagen installiert. Zuletzt wurde die Start- und Landebahn saniert. Gleichzeitig haben wir unser Konzept und unsere Organisation deutlich verschlankt und verbessert, um damit auf die sehr schwierige Wettbewerbssituation zu reagieren.

„Die Glocke“: Mit Erfolg?

Kleinert: Als ich kam, gab es schon den Flughafen Dortmund mit seinen jährlichen zweistelligen Millionen-Subventionen, der uns das Leben schwergemacht hat. Jetzt hat Kassel-Calden geöffnet. Wir waren also gefordert, den PAD auf Vordermann zu bringen. 2012 haben wir lediglich 1,3 Millionen Euro Verlust gemacht, die ausschließlich durch Investitionen in die Infrastruktur entstanden sind – das operative Betriebsergebnis lag bei plus 2,5 Millionen Euro. Man kann also sagen: Es ist gelungen.

„Die Glocke“: Sie haben gesagt, Billig-Airlines kämen für den PAD nicht in Frage. Jetzt startet Ryanair in Münster/Osnabrück. Sind Billigflieger nicht doch eine Option?

Kleinert: Wir sind mit Ryanair regelmäßig im Gespräch. Nach wie vor ist Ryanair nicht bereit, auskömmliche Entgelte zu zahlen. Ich vermute, dass sie die weder in Dortmund noch in Münster zahlen. Meines Wissens erwirtschaftet kein Ryanair-Flughafen Gewinne. Deswegen ist das für uns keine Option. Wir setzen auf starke touristische Marken wie Lufthansa, Condor und Air Berlin. Der touristische Verkehr macht 75 Prozent unseres Gesamtumsatzes aus und ich glaube, dass wir gut beraten waren, auf diese Partner zu setzen und nicht auf schnelllebige Trends mit Billigfliegern, die heute hier fliegen und morgen dort.

„Projekt BER ist enorm reizvoll“

„Die Glocke“: Ist der Wechsel nach Berlin nicht ein Sprung in eine Schlangengrube?

Kleinert: Wir sind 2009/10 in Paderborn wie alle Flughäfen in Deutschland in eine schwere Krise gestürzt. Es war also in den vergangenen Jahren auch an einem Regionalflughafen nicht einfach, in verantwortlicher Position zu arbeiten. Berlin ist mit Sicherheit nicht leichter. Es gibt Risiken: Wann ist der Flughafen technisch so weit, dass er in Betrieb genommen werden kann? Man weiß auch nicht genau, wie sich der Verkehr in Berlin entwickeln wird. Auf der anderen Seite ist das Projekt auch enorm reizvoll. Der BER wird für die nächsten hundert Jahre der letzte Großflughafen in Deutschland sein, der an den Start geht.

„Die Glocke“: Also – weiche Knie oder gespannte Vorfreude?

Kleinert: Beides. Das muss sich auch die Waage halten. Das war genauso, als ich nach Paderborn gekommen bin und erstmals Geschäftsführer wurde.

„Die Glocke“: Ganz ehrlich – für wann rechnen Sie mit dem ersten Start eines Flugzeugs am BER?

Kleinert: Ich glaube, dass das schneller gehen kann, als viele glauben. Entscheidend wird sein, wie man mit der notwendigen Sanierung der Nord-Startbahn am BER umgeht – soll das noch vor der Inbetriebnahme geschehen oder danach? Damit sind andere Fragen verbunden, wie eine zeitweilige Öffnung von Tegel als Ausweichort. Wenn man das Problem löst, kann der BER im nächsten Jahr in Betrieb genommen werden.

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