Forschung: Algen auf Weltraummission
Bild: Ruhr-Universität Bochum
Die Ruhr-Universität Bochum erforscht Algen für die bemannte Raumfahrt. Die Pflanzen könnten die Astronauten mit Sauerstoff und Vitaminen versorgen.
Bild: Ruhr-Universität Bochum

Zudem könnten die Algen auf bemannten Raummissionen für eine vitaminreiche Nahrungsergänzung sorgen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert das Projekt mit 800.000 Euro. Es ist im April 2012 gestartet und läuft drei Jahre. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beauftragte Forscher der Ruhr-Universität, der Hochschule Bremen und des Karlsruher Instituts für Technologie, einzellige Grünalgen als Komponente eines so genannten modularen Lebenserhaltungssystems zu etablieren.

Algen sind „perfekte Begleiter“

„Mit Hilfe von Lichtenergie verbrauchen Mikroalgen Kohlendioxid, setzen Sauerstoff frei und bauen Biomasse auf“, sagt Prof. Dr. Thomas Happe von der AG Photobiotechnologie der RUB. „Auf Raumstationen oder während langer Weltraumflüge sind sie damit die perfekten Begleiter des Menschen.“ Schwerelosigkeit und andere Herausforderungen meistern

Die Bochumer Algenexperten arbeiten an einem Kultivierungsverfahren für Grünalgen, das auch im Weltall stabil funktioniert. Dabei gilt es, einige Probleme zu meistern: Die Algen dürfen nicht von Bakterien befallen werden, der Bioreaktor muss möglichst ohne Kontrolle laufen und es braucht neue Konzepte für die Gasversorgung der Einzeller, zum Beispiel mit Kohlendioxid. Denn durch die fehlende Schwerkraft vermischen sich Gase und Flüssigkeiten schlechter als auf der Erde.

Astronautenkost mit grüner Beilage

Algen vermehren sich ständig und wären deshalb auf Weltraumflügen eine nachwachsende Quelle für Vitamine, mit denen Astronauten das Essen anreichern können. Allerdings verbrauchen die Einzeller für ihr Wachstum Nährstoffe aus dem Kulturmedium. Im Labor ersetzt man einmal benutzte Kulturflüssigkeit, doch auf der Raumstation ist kaum Platz für literweise Nachfüllmedium. „Das Medium muss wiederverwertet werden, nachdem man Algen daraus entnommen hat“, sagt Dr. Anja Hemschemeier, die das Projekt an der RUB mit betreuen wird. „Dabei müssen genauso viele Nährstoffe wieder zugesetzt werden, wie vorher von den Algen verbraucht wurden. Sind es zu wenig, hungern die Zellen. Sind es zu viele, werden die Algen vergiftet.“ 

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