Frau (86) bestreitet Tötung des Ehemanns
Symbolbild: dpa
Sie soll ihren Mann mit einem Schrubber erschlagen haben - doch vor dem Schwurgericht Münster bestreitet die 86-Jährige die Tat.
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„Ich habe meinen Mann nicht getötet“, sagte sie den Richtern. „Ich habe ihn geliebt.“ Was genau passiert sei, wisse sie nicht. Die Staatsanwaltschaft geht von einer ausgeprägten Kritikminderung und einer Überforderung in der Pflege aus. Bestraft werden kann die 86-Jährige nicht. Sie gilt als möglicherweise schuldunfähig und soll in die Psychiatrie eingewiesen werden.

Senior (86) stirbt noch am Tatort

Es war der 25. Dezember 2018, als der ebenfalls stark demenzkranke Ehemann tot in der Küche der gemeinsamen Wohnung gefunden wurde. Seine Rippen waren in Serie gebrochen, der Kehlkopf auch. Außerdem gab es massive Hämatome am Kopf. Laut Staatsanwaltschaft sind die schweren Verletzungen durch Schläge mit einem Schrubber und durch Tritte verursacht worden. Der Senior war noch am Tatort gestorben.

Das Paar war 62 Jahre lang verheiratet. Um die Pflege ihres Mannes hatte sich die 86-Jährige weitgehend selbst gekümmert. Professionelle Hilfe von außen habe sie nicht gewollt. „Wir haben uns gut verstanden, wir waren glücklich“, sagte sie den Richtern. Ihr Mann sei zwar ein bisschen dement gewesen, aber damit sei sie klargekommen.

Schwurgericht fällt Urteil wahrscheinlich im Juli

Dass er plötzlich tot war, will sie gar nicht realisiert haben. Ihm sei plötzlich schlecht geworden, da habe sie ihn in der Küche auf den Boden gelegt. „Aber ich habe ihn nicht geschlagen.“ Das Urteil soll voraussichtlich Mitte Juli gesprochen werden.

Ein Schwurgericht ist in Deutschland eine mit hauptamtlichen Richtern und Schöffen besetzte Strafkammer, die für besonders schwere Straftaten wie etwa Mord und Totschlag zuständig ist.

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