Front gegen Fracking verhärtet sich
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Erdgasprobebohrungen stoßen zunehmend auf Kritik.
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Das Feld erstreckt sich grob von Meschede im Süden, bis Paderborn und Marsberg im Osten, Soest im Westen und Lippstadt im Norden. Dort gibt es bisher keine kommerziellen Erkundungsanträge. Die Behörde hat in NRW bereits für 20 Felder sogenannte Aufsuchungserlaubnisse erteilt. Für zehn liegen Anträge vor. Schwerpunkte waren bisher Niederrhein, Münsterland und Ostwestfalen. Bürgerinitiativen wollen Bohrungen nach dem Erdgas in unkonventionellen Lagen verhindern, sie fürchten Gift im Grundwasser.

Derweil stößt die Suche nach Erdgas in Nordrhein-Westfalen stößt über Parteigrenzen hinweg zunehmend auf Widerstand. Die CDU im Düsseldorfer Landtag sprach sich gegen die angedachte Erdgasförderung mit der umstrittenen „Fracking“-Methode aus. „Fracking ist eine Methode der Erdgasförderung, die wir ablehnen“, sagte Fraktionschef Karl-Josef Laumann.

Um neue Austrittskanäle zu schaffen, wird bei der Fördermethode mit hohem Druck ein Wasser-Sand-Gemisch in den Boden gepresst, teils mit Chemie-Zusätzen. „Toxische Stoffe gehören weder in den Boden noch ins Wasser“, sagte Laumann. Unkonventionelles Erdgas wird aus tiefen Schichten wie Sandsteinen, Kohleflözen oder Schiefer gewonnen. Von einem „unkalkulierbaren Risiko“ sprach auch der umweltpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, André Stinka. „Wir halten Erdgas-Fracking derzeit für zu gefährlich.“ Die Erfahrungen aus den USA zeigten, dass bei den aktuellen Verfahren Chemikalien eingesetzt würden, die für Umwelt und Trinkwasser eine große Gefahr darstellten. Auch die Grünen haben sich schon ablehnend geäußert. Die Einhaltung der Umweltstandards müsse bei der Suche nach Erdgas in unkonventionellen Lagen absolute Priorität haben, war schon im Mai auf einem Landesparteitag in Emsdetten beschlossen worden.

 Der Deutsche Gewerkschaftsbund begrüßte die Ablehnung über Parteigrenzen hinweg. „Jetzt komme es darauf an, dass die Parteien ihr Gezänk aufgeben und in dieser Frage geschlossen auftreten“, betonte der Regionsvorsitzende im Münsterland, Heinz Rittermeier. 

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