Frühchen mit Herzoperation gerettet
Spezialisten haben im Herzzentrum Bad Oeynhausen ein Frühchen gerettet.

Weltweit konnte bisher nur sehr wenigen Frühgeborenen so geholfen werden, da das Verfahren bei derart kleinen Patienten als extrem schwierig gelte, hieß es. Zudem stehe ein dafür notwendiges Mini-Kathetermaterial oft nicht zur Verfügung.

Der lebensbedrohliche Herzfehler war bereits vor der Geburt erkannt worden. Darum seien die Eltern aus Dorsten und die Ärzte vorbereitet gewesen. Am 15. April kamen die Zwillingstöchter Emilie und Carla in Coesfeld zur Welt. Emilie wurde umgehend nach Bad Oeynhausen verlegt. Sie litt an einer Verengung der Lungenschlagaderklappe (Pulmonalstenose).

Operation mit haarfeinem Herzkatheter

„Wir haben für diesen Eingriff den Herzkatheter extra selbst anpassen müssen und konnten dadurch eine belastende große Herzoperation vermeiden“, sagte Nikolaus Haas vom HDZ. Der Leiter des Kinderherzkatheterlabors musste nämlich das Skalpell zunächst dazu benutzen, um das kleinste verfügbare Herzkatheter-Material zu kürzen und mit nur einem Millimeter Durchmesser für seine bisher kleinste und leichteste Patientin passend zu machen. Damit und mit einem haarfeinen, sehr biegsamen Spezialdraht gelang der Zugang zu der verengten Herzklappe, die anschließend mit einem Ballon geweitet wurde.

An diesem Donnerstag ist der Tag des herzkranken Kindes. Nach Angaben der Klinik kommt eines von 100 Neugeborenen mit einem Herzfehler zur Welt. Dieses Risiko ist für Kinder aus Mehrlingsschwangerschaften, bei Frühgeburten und besonders niedrigem Geburtsgewicht im Vergleich zum Bundesdurchschnitt doppelt so hoch.

SOCIAL BOOKMARKS