Frühchen stirbt in Klinik an gefährlichem Darmkeim
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Im Evangelischen Krankenhaus Lippstadt ist am Donnerstag ein frühgeborenes Mädchen an einer Infektion mit E-coli-Bakterien gestorben.

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„Ihnen geht es aber gut“, sagte Brink auf Nachfrage der „Glocke“. Das Mädchen, das mit einem Geburtsgewicht von nur 600 Gramm auf die Welt gekommen war, ist bereits am Donnerstag gestorben.

Gesundheitsministerium ist eingeschaltet

Die Klinikleitung hat das NRW-Gesundheitsministerium in Düsseldorf, die Gesundheitsbehörde des Kreises Soest, die Polizei sowie externe Sachverständige informiert, um „den Übertragungsweg zu erforschen und für Transparenz zu sorgen.“ Für die Neugeborenenstation gilt – bis auf für Notfälle – vorerst ein Aufnahmestop. Aus Sicht der Gesundheitsbehörde habe das Krankenhaus alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen, so Brink. Es gebe keine Überlegungen, die Station zu räumen, sagte ein Sprecher der Klinik am Samstag. Auch die Eltern der Frühchen wollten dies seinen Angaben zufolge nicht.

Graue Gesichtsfarbe

Die Erkrankung des Mädchens war am Mittwochmorgen aufgefallen, teilte ein Sprecher des Krankenhauses am Samstag mit. Das Frühgeborene habe eine graue Gesichtsfarbe gehabt. Man habe anschließend alle 19 Frühgeborenen auf der Intensivstation untersucht und bei 13 Kindern eine Besiedlung mit dem Darmkeim gefunden. Ausgebrochen sei die Erkrankung nur bei dem am Donnerstag verstorbenen Mädchen.

Ein zweiter Sprecher des Krankenhauses hatte am Samstagmorgen der „Glocke“ gegenüber erklärt, neben dem verstorbenen Mädchen sei auch ein Junge an dem Darmkeim erkrankt. Dies wurde am Samstagabend dementiert.

Nach ersten Vermutungen der Klinik könnte der gefährliche Darmkeim bei einer Zwillingsgeburt Ende Mai in das Krankenhaus gelangt sein und  sich seitdem verbreitet haben. Proben wurden in der Station bereits genommen; in der kommenden Woche sollen die Ergebnisse bekannt gegeben werden. 

Resistenter Darmkeim

Bei dem Keim, der für den Tod des Mädchens verantwortlich ist, handelt es sich um ein Escherichia-coli-Bakterium, einen Darmkeim, der bei den Frühgeborenen in der gefährlichen Variante 2MRGN aufgetreten ist. „In dieser Form spricht das Bakterium nicht mehr auf alle Antibiotika an, sondern nur noch auf sogenannte Reserveantibiotika“, heißt es in einer Mitteilung der Klinik vom Freitag.

Infektionen von Frühgeborenen mit Bakterien hatte es im Jahr 2013 auch in Kliniken in Münster, in Sankt Augustin bei Bonn und an der Charité in Berlin gegeben. 2011 waren drei Frühchen im Klinikum Bremen-Mitte an Infektionen mit multiresistenten Keimen gestorben.

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