Füttern, putzen, satteln und streicheln
Foto: Lohmann
Körperpflege nach getaner Arbeit: Vicky Honermeyer, Pflegerin im Spring-Stall von Eva Bitter und Marco Kutscher, bürstet den fünfjährigen Hengst Cashmere. Der hochveranlagte Cristallo I-Sohn, Reserve-Siegerhengst der Westfalen-Körung 2017, im Besitz des Gestüts Neuenhof und aus der Zucht von Dr. Axel Schürner, gewann am Donnerstag mit Kutscher im Sattel die erste Finalqualifikation und belegte am Freitag Rang 2. Der Tag einer Pflegerin/eines Pflegers beginnt beim Bundeschampionat morgens zumeist schon gegen 6 Uhr früh und endet – mit Verschnaufpausen – oftmals erst um 22 Uhr.
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Vicky Honermeyer ist Pflegerin im Stall von Eva Bitter und Marco Kutscher, der Bitter/Kutscher Sportpferde GmbH. Die 24-Jährige versorgt neben Cashmere noch Cujo, einen siebenjährigen Wallach, den Kutscher ebenfalls für das Bundeschampionat in Warendorf qualifiziert hat. „Die Pferde sind bei ihr in den besten Händen“, lobt der Top-Reiter aus Bad Essen seine Angestellte, auf die er und Eva Bitter sich seit fünf Jahren blind verlassen können.

Gute Pflege im und außerhalb des Stalls

Cashmere, ein hochveranlagter Sohn von Cristallo I, ist ein heißer Kandidat auf den Sieg im Championat der fünfjährigen Springpferde. Am Donnerstag gewann der Reserve-Sieger der Westfalen-Körung 2017 die erste Qualifikation, am Freitag war es Platz 2. Was offenbar auch an der guten Pflege liegt, die der Deckhengst in und außerhalb seines Stalls genießt.

Schon morgens um 6 Uhr beginnt Vicky Honermeyer mit der Rundumversorgung. Futter, Wasser, Trensen raushängen, Bandagen abwickeln, vor der Prüfung das Pferd bewegen und herrichten, also putzen, einflechten und satteln, dabei immer den Zeitplan des Turniers im Kopf haben, Hindernisse aufbauen auf dem Abreiteplatz, mitfiebern bei der Prüfung, dann wieder zurück in den Stall. Zwischen 17 und 18 Uhr Kraftfutter, dann zwischen 21 und 22 Uhr Heu.

Bett und Dusche im Lkw

Ein 16-Stunden-Tag, doch Vicky Honermeyer beklagt sich nicht. Im Gegenteil: „Ich habe genügend Pausen zwischendurch. Mit nur zwei Pferden ist das noch sehr entspannt. Die Arbeit macht außerdem sehr viel Spaß. Es fasziniert mich zu sehen, wie sich Cashmere und die anderen Pferde entwickeln. Außerdem bin ich gerne unterwegs.“ Die Nacht und ihre Pausen verbringt die Wirtschaftsrecht-Studentin (Osnabrück) im LKW: „Ich habe dort mein Bett und eine Dusche – alles, was ich brauche. Es ist dort viel besser als im Hotel.“

In höchsten Tönen redet die Hobbyreiterin von ihrem Chef: „Er ist sehr entspannt, macht nie unnötig Stress, ist immer freundlich und fair.“ Am Sonntag ab 11.15 Uhr beim Finale drückt Vicky Honermeyer Marco Kutscher und Cashmere beide Daumen. Bundeschampion 2020? Es wäre auch ihr Sieg!

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