Fußball-Wettbetrug: Angeklagter schweigt
Wettskandal-Prozess beim Fußball: Ante S. und fünf Mitangeklagte sollen 47 Spiele verschoben haben.

Ante S. und fünf Mitangeklagte sollen 47 Spiele verschoben haben - bis hoch zu Champions League und WM-Qualifikation. Ganze Teams wurden laut Anklage zum Schaulaufen degradiert. Die Fans waren ahnungslos. Der Angeklagte war schon in den Bestechungsskandal um DFB-Schiedsrichter Robert Hoyzer verwickelt und auch verurteilt worden.

Als Ante S. von einem Wachtmeister in den Gerichtssaal geführt wurde, gab er sich locker. Fast eineinhalb Jahre hat er in einer U-Haft-Zelle gesessen. Anzumerken war ihm das nicht. Verteidiger Stefan Conen betonte jedoch sofort: "Die U-Haft zerrt massiv an ihm. 16 Monate abseits von zu Hause, das ist für einen Familienmenschen wie ihn kein Zuckerschlecken."

Vertrauliche Gespräche mit den Richtern

Ob S. sein umfangreiches Geständnis im Prozess wiederholen wird? Zunächst sollen vertrauliche Gespräche mit den Richtern geführt werden. WM-Qualifikation, Champions League, Europa League: Die Wettbetrüger hatten offenbar keine Angst vor großen Spielen.

Neben Ante S. und Marijo C. müssen sich auch Ex-Basketballprofi Ivan P., Gaststättenbetreiber Dragan M., Rotlichtgröße Deniz C. und Ramazan K. vor Gericht verantworten. Auch sie haben sich zum Prozessauftakt noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Alexander Hornung, Verteidiger von Marijo C., erklärte das auf dem Gerichtsflur so: "Beim Kartenspiel spielt man seinen Trumpf ja auch nicht sofort aus."

Der Prozess vor der 12. Strafkammer des Bochumer Landgerichts wird am Donnerstag fortgesetzt.

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