Gabriel verteidigt Beratung von Tönnies
Foto: Glocke
Firmenbesuch im Jahr 2015: Unternehmer Clemens Tönnies, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, im Werk Rheda.
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Vom März bis Mai dieses Jahres habe er für das Unternehmen handelsrechtliche Fragen klären sollen, sagte Gabriel. Zunächst hatte das ARD-Magazin "Panorama" über Gabriels Tätigkeit für Deutschlands größten Fleischproduzenten berichtet. Im "Spiegel" verteidigte er seine Tätigkeit: "Ich kann an dem Beratungsverhältnis mit einem großen Arbeitgeber nichts Problematisches erkennen", sagte Gabriel dem Nachrichtenmagazin. "Tönnies macht nichts Verbotenes."

10.000 Euro im Monat Honorar

Mit Verweis auf entsprechende Dokumente berichtete "Panorama", dass der frühere SPD-Chef offenbar ein Pauschalhonorar von 10.000 Euro im Monat sowie ein zusätzliches vierstelliges Honorar für jeden Reisetag erhielt. Demnach sollte die Tätigkeit auf zwei Jahre angelegt sein. Aus privaten Gründen habe er die Beratung aber beenden müssen, sagte Gabriel. "Für normale Menschen sind 10.000 Euro viel Geld. Aber in der Branche ist das kein besonders hoher Betrag. Ich bin kein Politiker mehr", sagte Gabriel dem "Spiegel" zu seinem Honorar.

Die Anfrage des Konzerns habe er bereits im Februar erhalten, sagte Gabriel der dpa. Inhaltlich sei es dabei um ein drohendes Exportproblem im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest gegangen. Dem "Spiegel" erklärte er, dass er seine Tätigkeit nicht als Lobbyarbeit begriffen habe. 

Aktuelle SPD-Spitze übt Kritik an Ex-Parteichef Gabriel

Die aktuelle SPD-Spitze reagierte mit Befremden auf das Engagement Gabriels. "Ehemalige Vorsitzende sind der SPD keine Rechenschaft schuldig, wenn sie nach ihrer aktiven Zeit Tätigkeiten für andere aufnehmen", betonten die Parteichefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zwar. Die beiden sagten aber auch: "Für jeden aufrechten Sozialdemokraten ergibt sich dabei aus unseren Grundwerten, an wessen Seite man sich begibt und wo man besser Abstand hält". Gabriel war bis 2017 SPD-Chef, bis 2018 Außenminister und bis November 2019 Abgeordneter im Bundestag.

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