Gauck erhält in Münster Ehrendoktorwürde
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Am Montag erhielt der ehemalige deutsche Bundespräsident Joachim Gauck (l.) in Münster die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität aus den Händen von Dekan Prof. Dr. Hans-Peter Großhans.
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400 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Kirche und öffentlichem Leben wohnten der Ehrenpromotionsfeier im münsterschen Schloss bei. Mit der Verleihung des Ehrendoktortitels werde die Lebensleistung Gaucks als Theologe, Bürgerrechtler und Staatsmann gewürdigt, erklärte der Dekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät, Prof. Dr. Hans-Peter Großhans.

Was das praktisch bedeute, skizzierte zum Auftakt des Festaktes WWU-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels. 2013 hatte sich Gauck im Zentrum für Islamische Theologie an der Uni Münster mit der Kraft des höchsten Staatsamtes für ein besseres Miteinander der Weltreligionen eingesetzt.

Frieden im Nahen Osten liegt Gauck am Herzen

Die gleiche Zielrichtung, ergänzt um den Wunsch nach mehr Respekt und Vertrauen zwischen Christen, Muslimen und Juden, verfolgte Gauck, als er 2016 in Münster dem jordanischen König Abdullah II. den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens überreichte. Angesichts der Gewalt im Nahen Osten wünschte sich der Alt-Bundespräsident gestern „für diese Region so etwas wie den Westfälischen Frieden von 1648“. Der sei auch heute noch Vorbild für das friedliche Zusammenleben der Religionen.

Anerkennung für die „nahezu perfekte Arbeit“ an der Schnittstelle von Religion und Politik brachte in seiner Laudatio auf den frisch gebackenen theologischen Ehrendoktor Gauck der Direktor des Instituts für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften, Prof. Dr. Arnulf von Scheliha, zum Ausdruck.

Alt-Bundespräsident fühlt sich in Münster wohl

Der am 1940 in Rostock geborene Gauck hatte von 1958 bis 1965 an der Uni in seiner Heimatstadt Theologie studiert und war danach als Pastor im Dienst der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburg tätig gewesen, ehe er in die Politik wechselte.

Nach der Wiedervereinigung 1990 machte sich Gauck als „Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR“ einen Namen. 2012 wurde er zum Bundespräsidenten gewählt. 2017 schied er aus dem Amt aus.

Seine gestrige Liebeserklärung an Münster begann der 77-Jährige mit dem Hinweis, dass er zwar nicht aus der Westfalen-Metropole stamme, sich hier aber zu Hause fühle: „Da ist ein tiefes Glück in mir!“

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