Gauck lobt Freiwilligendienste
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Bundespräsident Joachim Gauck (r) unterhält sich am Dienstag bei seinem Besuch der Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld  mit dem Beschäftigten Holger Weiss.
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Anlass war am Dienstagvormittag eine Begegnung mit 120 Freiwilligen in Bad Oeynhausen sowie am Nachmittag ein Besuch der von Bodelschwinghschen Stiftungen in Bielefeld-Bethel. Dort zeigte das Staatsoberhaupt sich begeistert vom Engagement der jungen Freiwilligen: „Es sind die schönsten Stunden in meinem Präsidentenleben, wenn ich so etwas erleben darf.“ Er habe „ganz, ganz tolle junge Männer und Frauen erlebt“, von denen eine enorme Kraft ausgehe.

Der Bundespräsident betonte, dass Einrichtungen wie die von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel „eigentlich wichtiger seien, als große Marken wie BMW und Mercedes Benz, für die wir in der ganzen Welt bekannt sind. In Bethel habe man Freiwilligkeit bereits trainiert, bevor es die heute bekannten staatliche Programme gab.

Die Begeisterung war gegenseitig. Junge Freiwillige wie Julian Wittwer (21) lobten Gauck als „sehr lieben und zugewandten Menschen“. „Er wirkte nicht abgehoben, war fröhlich und sehr interessiert“, schilderte der Freiwillige Alexander Haupt seine Eindrücke. Der Besuch habe „sehr viel gebracht“.

Auch Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Ulrich Pohl zog ein positives Fazit: „Man hat gespürt, dass es ihm gut tat, jungen Menschen zu begegnen.“ Gaucks Besuch habe die große Wertschätzung gegenüber denen, die ehrenamtlich tätig sind, eindrucksvoll untermauert.

Derzeit leisten mehr als 100.000 Menschen in Deutschland Freiwilligendienste, davon 50.000 im Bundesfreiwilligendienst und 50.000 weitere im Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahr. Dafür bekommen sie ein Taschengeld von etwa 300 Euro monatlich. In der Betheler Variante des Freiwilligendienstes, dem „Betheljahr“, sind rund 460 junge Menschen engagiert. In Zukunft sollen 500 Plätze für das „Betheljahr“ vorgehalten werden.

Beim vorausgegangenen Besuch in Bad Oeynhausen wurde Gauck von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) begleitet. Sie denke derzeit nicht daran, ein Pflichtjahr für junge Menschen einzurichten, sagte die Ministerin. Derzeit gebe es mehr Bewerber als Stellen in den Freiwilligendiensten. Das sei auch eine finanzielle Frage.

„Es sind solche Begegnungen, die mich total glücklich machen“, sagte der Bundespräsident im Hinblick auf die Freiwilligendienste. Am Vortag habe er mit dem belgischen Königspaar gegessen, am Abend mit dem Kabinett. „Davor musste ich einen Minister entlassen, das war nicht so lustig.“

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