GdP: Diensthundführer ist schuldlos
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Die Ausbildung der Diensthunde der Polizei in NRW wird von zahlreichen Hundeführern als unzureichend kritisiert. Die Gewerkschaft der Polizei sieht sogar eine Kampagne gegen einen Hundetrainer, um von den Defiziten abzulenken.
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Dem Hundeführer, der in Warendorf  auch eine Hundeschule betrieb, werden unerlaubte Trainingsmethoden vorgeworfen. Er soll die Hunde „scharf“ gemacht haben.

Nach Aussage der Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich bei den bisherigen Ermittlungen in den vergangenen fünf Monaten keiner der Vorwürfe gegen den Mann bestätigt. Weder strafrechtlich noch disziplinarisch konnte ihm etwas nachgewiesen werden.

Das ist auch der Grund, warum Münsters Polizeipräsident Hubert Wimber den Diensthundführer seit dem 1. April wieder einsetzen wollte. Dieses wurde ihm vom Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheit NRW (LAFP) untersagt.

Die Vorwürfe der GdP sind hart: Sie vermutet hinter dem Handeln „eine perfide Strategie des Landesamtes für Aus und Fortbildung und Personalangelegenheiten und des Innenministerium zur Ablenkung von Unzulänglichkeiten im Bereich des Diensthundwesens im Land NRW.“ Die Entscheidungsträger ignorierten die Untersuchungsergebnisse, um die vorschnell verbreitete Verurteilung des Trainers nicht revidieren zu müssen und so Probleme im Diensthundwesen der Polizei NRW nicht zur Affäre werden zu lassen und zu kaschieren, heißt es in einer Stellungnahme.

20 Prozent der Diensthundführer und Diensthundtrainer des Landes NRW  bekunden nach Auskunft der GdP Solidarität mit dem ihrem Kollegen aus Münster. Ihre Aussagen zeichnen ein eindeutiges Bild: Die Kollegen beschreiben einen Hundeexperten der seines Gleichen sucht: Engagiert, akribisch und mit einer feinfühligen Hand für Hundeführer und Diensthund. Aber auch schonungslos ehrlich und unbequem.

Die GdP fordert: „Der skandalöse Umgang mit dem Diensthundtrainer des PP Münster muss endlich ein Ende haben.“ Auch innerhalb der Polizei müsse nach rechtstaatlichen Prinzipien gehandelt werden. Sie fordert  eine öffentliche Rehabilitierung des Diensthundtrainers und eine Wiedereinsetzung in seine Funktion als Trainer im Diensthundwesen.

„Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen“

Das LAFP NRW betont als Reaktion auf diese Vorwürfe, dass die Ermittlungen gegen den Mann noch nicht abgeschlossen seien – weder in strafrechtlicher noch in disziplinarischer Hinsicht. Solange die Vorwürfe nicht vollständig geklärt seien, könnte aus Fürsorgepflicht gegenüber dem Beamten keine Entscheidung über seinen weiteren Einsatz getroffen werden. Sobald ein abschließendes Untersuchungsergebnis vorliege, würden Personalentscheidungen umgehend getroffen. sagte Polizeioberkommissarin Mareike Niehoff auf Anfrage der „Glocke“. Das LAFP NRW nehme als fachlich zuständige Landesoberbehörde für die Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW die Anregungen und Änderungsvorschläge der Diensthundführer sehr ernst und berücksichtige diese bei der Fortentwicklung der Aus- und Fortbildung, teilte sie weiter mit.

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