Geldauflage nach Tod von Junior Malanda
Das Verfahren gegen den Fahrer des Unfallwagens wird gegen eine Geldauflage eingestellt. Die Eltern des verunglückten Fußballprofis Junior Malanda hatten sich keine Strafe für den besten Freund ihres Sohnes gewünscht. Das Bild zeigt den Angeklagten (l.) und seinen Verteidiger Tobias Diedrich.

Malanda war den Ermittlungen zufolge aus dem Auto geschleudert worden. Zu dem Unfall kam es im Januar 2015 auf der Autobahn 2 bei Porta-Westfalica.

Der Angeklagte, der ein Freund Malandas war und in der 2. Liga in Portugal sein Geld verdient, gab am Montag vor Gericht zu, auf regennasser Fahrbahn zu schnell gefahren zu sein. Ein Gutachten hatte das bestätigt, allerdings den Vorwurf des Rasens auf der Autobahn verneint.

Die Fußballer waren von Belgien aus auf dem Weg zum Flughafen in Braunschweig. Von dort sollte Malanda mit der Bundesliga-Mannschaft des VfL Wolfsburg ins Trainingslager nach Südafrika fliegen.

Die Eltern Malandas hatten den 21-jährigen ins Gericht begleitet. Für das Gericht war auch ausschlaggebend, dass sie sich keine Bestrafung für den besten Freund ihres Sohnes gewünscht hatten. Nach Ansicht von Gericht und Staatsanwaltschaft ist der 21-jährige durch den Tod seines Freundes bereits genug bestraft. 

Geschockt und traurig

Weltweit hatte der Tod des 20 Jahre alten Talentes Entsetzen ausgelöst. „Geschockt und traurig über den tragischen Tod", twitterte der damalige Weltverbands-Präsident Joseph Blatter. “ Der Fußball verliert ein großes Talent." Die Deutsche Fußball Liga (DFL) sprach den Angehörigen und Teamkollegen ihr Mitgefühl aus: „Wir sind tief bestürzt über dieses tragische Unglück", sagte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung. Der VfL verschob nach Bedenkzeit den Flug ins Trainingslager um einen Tag.

Fußball-Talent

Malanda galt als eines der größten Fußball-Talente in Belgien. Der am 28. August 1994 in Brüssel geborene Spieler durchlief sämtliche Jugend-Auswahlmannschaften seines Landes, ehe er Anfang 2014 erstmals in der Bundesliga für den VfL Wolfsburg zum Einsatz kam. Mit der U-21-Nationalmannschaft Belgiens bestritt er unter anderem sechs Länderspiele in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2015.

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