Gericht: FMO rechnet mit falschen Zahlen
Die Startbahnverlängerung am Flughafen Münster Osnabrück hat das Oberverwaltungsgericht aufgrund fehlerhafter Berechnungen auf Eis gelegt.

Das schriftliche Urteil des Gerichts spricht eine deutliche Sprache: von viel zu optimistischen Annahmen, unzulässigen Spekulationen und schweren Fehlern ist darin die Rede. „Die Prognosen über die Entwicklung der Passagierzahlen sind von deutlichen Unsicherheiten geprägt“, bemängeln die Richter. So  prophezeie eine der Expertisen 2,3 Millionen Passagiere für das Jahr 2010 am Flughafen Münster Osnabrück (FMO), eine andere gebe dagegen die Zahl der erwarteten Fluggäste mit 3 Millionen an.  Diese Differenz sei „erheblich“, erklärte das Gericht. Keineswegs könne man bei 700 000 Passagieren mehr oder weniger von ähnlichen Zahlen sprechen.

Zur Verdeutlichung: Die dem Planfeststellungsbeschluss im Jahr 2003 zugrunde gelegte Gesamtzahl von Fluggästen lag bei 1,52 Millionen Fluggästen. Tatsächlich gingen 2009 nur 1,39 Millionen vom FMO in die Luft, im vergangenen Jahr waren es mit 1,33 Millionen Passagieren sogar noch weniger.

Das Oberverwaltungsgericht kam „angesichts dieser unsicheren Passagierzahl-Entwicklung“ zu dem Schluss, dass der Eingriff in das europäische Naturschutzgebiet Eltingmühlenbach damit nicht gerechtfertigt sei. Die Verlängerung der Startbahn von derzeit 2170 auf 3600 Meter, die für interkontinentale Flüge notwendig wäre, lehnten die Richter in der Folge ab. „Die Wahrscheinlichkeit, dass am FMO eine Nachfrage nach interkontinentalen Flügen ensteht, die den Eingriff in die Natur rechtfertigt, ist sehr gering“, heißt es.

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