Gerry Weber schließt Jahr mit Minus ab
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Die Gerry Weber International AG in Halle hat für das vergangene Geschäftsjahr ein Minus von 800.000 Euro verzeichnet. Nur die Tochter Hallhuber zeigte sich frisch und erholt - die Gesellschaft steigerte den Umsatz deutlich.
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 „Die Lage ist weiter herausfordernd“, sagte Vorstandschef Ralf Weber gestern bei der Vorstellung der Bilanz am Unternehmenssitz in Halle. „Wir drehen an allen Stellschrauben.“ Vor allem Kosten in Höhe von 30 Millionen Euro für die Filialschließungen drückten das Ergebnis. Ab Mitte des Jahres startet Gerry Weber ein Maßnahmenprogramm zur Verbesserung der Profitabilität und zur Markenmodernisierung. Details zu dem Programm will Weber erst im Sommer nennen. Er rechnet mit Kosten in Höhe von 6 bis 10 Millionen Euro.

Kernmarken laufen schlecht

Vor allem bei den Kernmarken Gerry Weber, Taifun, Samoon und Talkabout, auf die gut drei Viertel der Umsätze entfallen, lief das Geschäft im vergangenen Geschäftsjahr 2016/2017 (Stichtag: 31. Oktober) schlecht. Hier brachen die Verkäufe wegen der Filialschließungen um 4,4 Prozent auf 687 Millionen Euro ein.

Hoffnungsträger Hallhuber

Impulse kamen von der Tochtergesellschaft Hallhuber, die vor allem jüngere Kundinnen anspricht: Sie steigerte die Umsätze um 22 Prozent auf 194 Millionen Euro. Weber kündigte den Aufbau von 30 Hallhuber-Verkaufsflächen in diesem Geschäftsjahr an. Geplant seien kleinere Flächen im Handel, so genannte Shop-in-Shop-Flächen. „Wir machen das mit Augenmaß“, sagte Weber. Hallhuber sei die Wachstumsmarke im Konzern. Bei den Kernmarken Gerry Weber, Taifun und Samoon seien keine neuen Filialen geplant.

Online-Marke Gr(8)ful

Hoffnungen richtet Weber auf die Online-Marke „Gr(8)ful“ (zu deutsch: Dankbar). Er kündigte sieben Kollektionen im Jahr mit jeweils 30 bis 40 Modellen an. Zielgruppe sind Kundinnen zwischen 40 und 55 Jahren. Erhältlich sind die Kleider, Blusen und Shirts über eine eigene Webseite, über Online-Shops von Fachhandelspartnern, aber auch über externe Plattformen. Das Geschäft wird komplett über das vollautomatisierte Logistikzentrum in Halle, das Ende 2015 seinen Betrieb aufnahm, abgewickelt. Weber rechnet mit branchenüblichen Retourenquoten von 50 Prozent. „Der Vorteil einer Onlinemarke liegt in der schnellen Ausrichtung auf Trends“, sagte der Gerry-Weber-Chef.

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