Getränkelieferungen am Sonntag bleiben tabu
Bild: Kutzendörfer
Auch die Uni Münster wird von der Flaschenpost GmbH beliefert - künftig aber nicht mehr an Sonn- und Feiertagen.
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Erst kürzlich hatten sich die Münsteraner per Bürgerentscheid gegen verkaufsoffene Sonntage entschieden, nun hat das Start-up „Flaschenpost“ mit seinem sonn- und feiertäglichen Bringdienst offensichtlich den Finger in die Wunde gelegt. 

Die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde hatte den Service zum Schutz der Mitarbeiter untersagt und wollte sich zu dem laufenden Verfahren nicht weiter äußern. Ursula Jacob-Reisinger, Handelssekretärin Verdis, begrüßte das - zunächst noch vorläufige - Verbot: „Das passt zur Entscheidung gegen die verkaufsoffenen Sonntage, etwas anderes hätte ich auch nicht nachvollziehen können.“

Beschluss ist noch nichts rechtskräftig

Der Beschluss des Verwaltungsgerichts vom Freitag ist noch nicht rechtskräftig, der Kläger kann Beschwerde am Oberverwaltungsgericht einlegen (Az.: 1 L 1701/16). In dem Streit ist ein weiteres Verfahren anhängig. Der Handelsverband Westfalen-Münsterland sieht ebenfalls einen Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz und ist vor das Landgericht Münster gezogen. Verhandelt wird am 1. Dezember. Der Verband beklagt, dass sich der Anbieter gegenüber dem stationären Handel mit seinen geltenden Ladenöffnungszeiten einen Wettbewerbsvorteil verschafft habe.

Flaschenpost GmbH sieht dem endgültigen Beschluss gelassen entgegen

Dieter Büchl, Geschäftsführer des betroffenen Unternehmens Flaschenpost, sieht dem endgültigen Beschluss gelassen entgegen: „Der Sonntag ist nicht unser wichtigster Tag, unser Geschäft ist nicht darauf ausgelegt.“ Vielmehr sei das Ganze für die Kunden ärgerlich, welche den Service sehr gut angenommen hätten. Sonn- und feiertags hätten vorrangig Studenten die Getränke ausgeliefert, die sich nun nach anderen Jobs umsehen müssten. Derzeit beschäftigt die „flaschenpost GmbH“ 20 fest angestellte und rund 350 freie Mitarbeiter für den Getränkeservice in der Domstadt. Im ersten Quartal 2017 will das Unternehmen weitere Städte in Deutschland beliefern.

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