Gladbecker Geiselnehmer erhält Freigang
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Das Bild vom 17. August 1988 zeigt die Geiselnehmer Dieter D. (l.) und Hans-Jürgen R. in dem in Bremen gekaperten Linienbus. Vorne sitzen die später getötete Silke Bischoff (hinter der Haltestange) und ihre Freundin Ines Voitele (r). Dieter D. wird jetzt auf seine mögliche Haftentlassung in 2016 vorbreitet.
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Einen entsprechenden Medienbericht  bestätigte ein Sprecher des NRW-Justizministeriums in Düsseldorf am Montag. Der 58-Jährige wisse, dass er sich nichts zuschulden kommen lassen dürfe und an die strengen Auflagen halten müsse, sagte der Justizsprecher: „Sonst ist das Thema für ihn erledigt.“

 D. und sein Komplize Hans-Jürgen R. hatten 1988 drei Tage lang die Republik in Atem gehalten, als sie einen Linienbus mit 30 Geiseln in ihre Gewalt brachten und damit quer durch die Republik fuhren. Zwei Geiseln und ein Polizist kamen beim „Gladbecker Geiseldrama“ ums Leben. Den Ausgang hatte das Drama in Gladbeck im Ruhrgebiet mit einem Banküberfall genommen. In einem in Bremen entführten Linienbus erschoss D. den 15 Jahre alten Emanuele De Giorgi, der sich schützend vor seine kleine Schwester gestellt hatte. Eine zweite Geisel, die 18-jährige Silke Bischoff, starb später durch eine Kugel aus R.`s Waffe. Außerdem starb ein Polizist bei einem Unfall während der Verfolgung der Geiselnehmer.

Fast 26 Jahre in Haft

D. sitzt seit fast 26 Jahren hinter Gittern. Mit einer Haftentlassung sei nicht vor 2016 zu rechnen, sagte der Ministeriumssprecher. D. und R. waren jeweils wegen Mordes zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt worden. Die Vollzugslockerungen seien, abgesehen von der Bekanntheit des Gewalttäters, ein „normaler Vorgang“, sagte der Sprecher weiter. Etwa 40 bis 50 „Lebenslängliche“ und fünf bis sechs Gefangene, die zusätzlich wegen besonders schwerer Schuld verurteilt wurden, durchliefen ständig diese mehrjährige Prozedur der kleinen Schritte. Bei einer Verurteilung eines Mörders zu lebenslanger Haft liegt die durchschnittliche tatsächliche Haftdauer bei 18 Jahren.

 D.`s Komplize Hans-Jürgen R. kommt dagegen nicht in den Genuss von Vollzugslockerungen. Er wird als unkooperativ eingestuft. Außerdem war in seiner Zelle Heroin gefunden worden. Mit den Haftlockerungen für D. kommt der Vollzug einem Beschluss des Arnsberger Landgerichts vom vergangenen Jahr nach, das eine unvorbereitete Haftentlassung abgelehnt hatte. Der Werler Gefängnisdirektor Michael Skirl hatte D. als „typischen Mitläufer“ bezeichnet. Im Gefängnis hatte der eine Ausbildung zum Koch abgeschlossen.

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