Götze-Vereinswechsel löst Shitstorm aus
Mario Götze soll nach einem Medienbericht vor dem Wechsel zum FC Bayern stehen.

Auf der Facebook-Seite des Fußball-Nationalspielers gingen unter den letzten Beitrag Götzes innerhalb von zwei Stunden mehr als 2700 Kommentare ein. „du warst mein absoluter lieblingsspieler auf der ganzen welt und jetzt empfinde ich nichts mehr ausser verachtung und wut wenn ich deinen namen höre!!“ - so lautete noch eine der gemäßigteren Äußerungen eines Facebook-Mitglieds. „wie kannst du dem verein und der stadt dortmund das nur antun !?“ Ein anderer schrieb nur: „Geld !“

Die Kommentare der Bayern-Freunde waren weit in der Minderheit. „Mario, du machst alles richtig“, schrieb eine Frau. Besonnenere Gemüter kritisierten den üblen Stil vieler Kommentare, aber auch den Zeitpunkt der Bekanntgabe des Vereinswechsels kurz vor dem Champions-League-Halbfinale.

Im Internet-Dienst Twitter schlug der angekündigte Vereinswechsel auch international hohe Wellen. Aus England gab es viele enttäuschte Stimmen, die Götze gern bei Spielen in der Premier League erlebt hätten. Etliche Kommentatoren brachten den Wechsel in Verbindung mit dem nächsten Bayern-Trainer Pep Guardiola. Mit diesem Duo werde Bayern München in der nächsten Saison zu einer Supermacht in Europa, schrieb ein italienischer Twitter-Nutzer.

Erste Tranfer-Sensation in der Fußball-Bundesliga

Borussia Dortmund hatte den Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern München bestätigt. Der Fußball-Nationalspieler werde zum 1. Juli 2013 zum deutschen Rekordmeister wechseln, teilte der BVB am Dienstag in einer Erklärung mit.

„Wir sind natürlich über alle Maßen enttäuscht, betonen aber, dass sich sowohl Mario als auch sein Berater absolut vertragskonform verhalten haben“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Götze besitzt beim Champions-League-Halbfinalisten aus Dortmund zwar noch bis 2016 unter Vertrag, kann den BVB dem Vernehmen nach aber für eine festgeschriebene Ablösesumme von rund 37 Millionen Euro in diesem Sommer verlassen. Angeblich soll Götze bei den Bayern statt fünf Millionen Euro wie in Dortmund ein Grundgehalt von sieben Millionen Euro beziehen. Sollten die genannten Zahlen stimmen, wäre Götze der teuerste Spieler, der je von einem Bundesliga-Club zum anderen gewechselt ist.

FC Bayern bestätigt Wechsel von Götze

Der FC Bayern München hat den Wechsel von Mario Götze von Borussia Dortmund zur neuen Saison bestätigt. „Der FC Bayern ist bereit, die zwischen Borussia Dortmund und Mario Götze vereinbarte Ausstiegsklausel zu erfüllen“, teilte der deutsche Fußball-Rekordmeister am Dienstag mit. Spekulationen zur Folge soll die Ablöse des bis 2016 an Dortmund gebundenen Götze bei 37 Millionen Euro liegen. Aus Rücksicht auf das anstehende Halbfinalspiel der Dortmunder in der Champions League habe man dies erst nach der Begegnung gegenüber dem BVB anzeigen wollen, hieß es in der Erklärung weiter.

Brisanter Zeitpunkt

Der Abschied des 20-Jährigen aus Dortmund wird zu einem brisanten Zeitpunkt bekannt: An diesem Mittwoch trifft der BVB im Halbfinal-Hinspiel der Königsklasse auf Real Madrid, schon am Dienstag sind die Bayern gegen den FC Barcelona dran. Setzen sich beide deutschen Mannschaften nach Hin- und Rückspiel durch, käme es am 25. Mai im Londoner Wembley-Stadion zum Finale zwischen Bayern und Dortmund - es könnte das letzte Spiel Götzes im Borussia-Dress vor seinem Wechseln nach München sein. Schon am 4. Mai spielen die deutschen Vorzeigeclubs in der Bundesliga gegeneinander.

Weggang für Borussia großer Verlust

Ein Weggang des Offensivkünstlers ausgerechnet nach München ist für die Borussia ein großer Verlust: Bei den beiden Meisterschaften 2011 und 2012 war der Dribbelkünstler ein Garant für den Erfolg, in der laufenden Bundesligasaison erzielte er zehn Tore und bereitete zwölf vor. In der Champions League führte Götze das Team von Trainer Jürgen Klopp mit zwei Toren und sieben Assists erstmals seit der Saison 1998 wieder in die Vorschlussrunde.

Dem FC Bayern war mit der Verpflichtung des spanischen Trainers Pep Guardiola in dieser Spielzeit einer der aufsehenerregendsten Transfers in der Bundesliga-Geschichte gelungen. Bereits im Januar gab es Meldungen, wonach Götze ein Wunschspieler des früheren Barcelona-Coaches sei, der zum 1. Juli seinen Job in München antritt. Zuletzt war zudem intensiv spekuliert worden, dass die Bayern auch BVB-Torjäger Robert Lewandowski abwerben wollen.

BVB-Geschäftsführer erteilt Lewandowski Wechsel-Absage

„Es ist mein absoluter Wunsch, dass er nächste Saison beim BVB spielt“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Mittwoch in einem Interview. Auch über einen Wechsel des Polen nach München wurde immer wieder spekuliert.

Dass der FC Bayern in Zukunft darauf verzichten sollte, die deutschen Fußball-Talente von der Bundesliga-Konkurrenz zu holen, hält Watzke nicht für realistisch: „Bayern wird weiter an die Top-Talente herangehen.“ Die Strategie der Münchner sei seit vielen Jahren gleich. „Dazu gehört seit jeher auch, den Konkurrenten zu schwächen. Wir kalkulieren Angriffe aus München ein. Allen Solidaritätsaussagen zum Trotz“, sagte Watzke.

„Wir versuchen uns aber mit unseren Mitteln zu wehren. Unsere Spieler müssen dann entscheiden, welcher Verein das bessere Paket darstellt.“

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