Grundwasser stark mit Nitrat belastet
Bild: dpa
Grund für die schlechte chemische Qualität des Grundwassers sind zum größten Teil die organischen Düngemittel, die auf landwirtschaftlichen Nutzflächen aufgetragen werden.
Bild: dpa

In einigen Teilen ist das Grundwasser mit Nitrat belastet. Ursächlich für eine zu hohe Schadstoffbelastung des Grundwassers soll die starke landwirtschaftliche Nutzung sein.

Im Februar kündigte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) an, er wolle die Düngeverordnung verschärfen. Es falle mehr Gülle an, als auf die Äcker passe, ließ er verlauten.

Bodenverhältnisse spielen Rolle

Erich Hormann von der Bezirksregierung Detmold differenziert die Problematik: „Die Ems ist zwar aufgrund vermehrter Nitratwerte durch landwirtschaftliche Nutzung sehr belastet, aber das liegt auch an den Bodenverhältnissen in der Region. In anderen Gebieten, in denen die Flächen ebenfalls landwirtschaftlich intensiv genutzt werden, ist die Belastung nicht so hoch.“

Das Grundwasser sei besonders an der Niederung der oberen Ems bei Sassenberg/Versmold, Beelen/Harsewinkel und Rietberg/Verl in einem schlechten Zustand, sagt Hormann. An Messstellen in Sassenberg seien zuletzt 60 Milligramm Nitrat pro Liter gemessen worden, erlaubt seien aber nur 50 Milligramm.

Grundwasser nicht überall schlecht

„Doch das heißt nicht, dass das Grundwasser überall schlecht ist“, führt Hormann in einer Stellungnahme weiter aus. Zum Vergleich nennt er Messstellen in Warendorf und Beckum, wo beispielsweise nur 1 Milligramm Nitrat pro Liter Grundwasser gemessen wurde. „Das Trinkwasser habe durch die Aufbereitung aber überall eine sehr gute Qualität“, fügt Hormann an.

An 44 der 66 festen Messstellen im Regierungsbezirk Münster ist das Grundwasser in einem schlechten Zustand. 35 Stellen weisen eine zu hohe Nitratbelastung auf.

Bildung krebserregender Stoffe

Laut medizinischen Forschungen ist Nitrat für den Menschen dann gesundheitsgefährdend, wenn sich Nitrat in Nitrit umwandelt. Bei diesem Prozess können sich krebserregende Stoffe bilden.

Eine neue Düngeverordnung soll die Nitratbelastung im Grundwasser regulieren. Doch der Weg dahin ist lang: Einen 265-seitigen Bericht der Bund-Länder-Arbeitsgruppe (BLAG) gibt es bereits, Bundeslandwirtschaftsministerium und Bundesumweltministerium müssen diesbezüglich aber noch einen Gesetzesentwurf vorlegen, dem der Bundesrat zustimmen muss. Abschließend hat auch die Europäische Kommission noch ein Wörtchen mitzureden.

SOCIAL BOOKMARKS