Haft und Therapie für Marihuana-Pflanzer
Zu vier Jahren Haft und einer Langzeittherapie hat das Landgericht Paderborn einen Hanf-Pflamzer verurteilt.

Denn das Landgericht Paderborn befand ihn „nur“ des Besitzes von Marihuana für schuldig, aber das gleich im Kilobereich. Der Mann muss für vier Jahre in Haft und eine Langzeittherapie absolvieren. Wie berichtet, hatte die Polizei im Bauernhaus des 56-Jährigen im November 2018 die Plantage entdeckt. Das Gericht nannte am Ende der Beweisaufnahme die Zahl von 357 dort wachsenden Hanf-Pflanzen. Deren Ertrag an konsumierbarem Marihuana, so ein Gutachter des Landeskriminalamtes, hätte bei drei Ernten im Jahr mehr als 42 Kilogramm betragen können. Da war es der Staatsanwaltschaft zunächst noch schwer gefallen, der Darstellung des Angeklagten zu glauben, er habe die Plantage für die „Selbstversorgung“ aufgebaut. Etwas anderes aber wollte die 8. Große Strafkammer gestern nicht mehr in Betracht ziehen. Nach einem Rechtsgespräch verständigten sich die Prozessparteien darauf, den 56-Jährigen lediglich entsprechend seinem Geständnis für den Besitz der bei ihm gefundenen Pflanzen und Drogen zu verurteilen – das waren immerhin mehr als fünf Kilogramm Cannabis mit einer rechtlich relevanten Wirkstoffmenge von 329 Gramm. Verteidiger Michael Budde ging in seinem Plädoyer auf die Persönlichkeit des Angeklagten ein, der das Kiffen seit seiner Jugend betrieben und so verinnerlicht habe, „dass es zum alltäglichen Leben gehört. Er ist damit groß geworden und hat irgendwann vergessen, dass er kein Jugendlicher mehr ist.“ Ein Profidealer sei sein Mandant mitnichten. Seine Familie stehe trotz der Straftat hinter ihm, sie verlange aber auch, dass er eine Drogentherapie erfolgreich zu Ende bringe. Budde beantragte drei Jahre und zehn Monate Haft, das untere Ende des in der Verständigung vereinbarten möglichen Strafmaßes. Staatsanwalt Henrik Dahnke ging an die obere Grenze von vier Jahren und zwei Monaten angesichts zweier Vorstrafen in den vergangenen zwölf Jahren für Drogenbesitz und den Betrieb einer Marihuanaplantage. Die Kammer fand mit vier Jahren Haft die goldene Mitte und verfügte die von einem Gutachter empfohlene Einweisung in eine Langzeittherapie: „Das ist der richtige Weg für Sie“, betonte Richter Dr. Oliver Neuwinger gegenüber dem 56-Jährigen.

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