Haltern gedenkt Opfern der Katastrophe
Kerzen an der Gedenktafel mit den Namen der Absturzopfer des Germanwings-Unglücks vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern am See. 16 Schüler und zwei Lehrkräfte des Gymnasiums befanden sich an Bord der Germanwings-Maschine, die am 24. März 2015 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt war. Haltern gedenkt der Opfer an diesem Donnerstag unter anderem mit einer Schweigeminute und einer ökumenischen Andacht.

Die Gruppe war auf der Rückreise von einem Austauschbesuch in Spanien. Währenddessen der Gedenkminute sollen alle Kirchenglocken läuten. Anschließend gibt es eine ökumenische Andacht in der katholischen Stadtkirche am Marktplatz.

Der Schulleiter ist unterdessen mit Schülern und Angehörigen zu einem Gedenken am Absturzort in den französischen Alpen gereist. Für die Familien ist in Le Vernet in Frankreich eine sehr abgeschirmte Zeremonie vorgesehen. Angehörige haben zudem die Gelegenheit, zu der schwer zugänglichen Absturzstelle in den Alpen nahe Le Vernet zu gelangen. Bereits am Mittwochabend waren zahlreiche Angehörige der Absturz-Opfer zu einer Gedenkfeier in Marseille zusammengekommen.

Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) lobte den Umgang der Schule mit den Folgen der Katastrophe: „Es ist außergewöhnlich, wie Schulleiter Ulrich Wessel, sein Kollegium und die Schülerinnen und Schüler mit der gesamten Schulgemeinde in dunkelsten Stunden Wege gefunden haben, um würdevoll zu trauern und sich gemeinsam Halt zu geben. Ihre Haltung ist uns allen ein Vorbild“, erklärte Löhrmann. Landtagspräsidentin Carina Gödecke (SPD) sprach den Angehörigen und Freunden der Halterner Absturzopfer zum Jahrestag die Anteilnahme des Parlaments aus: „An diesem für Sie so schweren Tag der Trauer, aber auch des Erinnerns an Ihre Lieben sind wir in Gedanken bei Ihnen. Sie sind nicht allein.“

 Für den 4. April, den ersten Schultag nach den Osterferien, sind parallel zwei Andachten für die unteren und die obereren Jahrgangsstufen des Gymnasiums geplant. Die Ermittlungen haben ergeben, dass der psychisch kranke Copilot das Flugzeug der Germanwings gezielt auf einen Absturzkurs brachte. Er ließ den Piloten, der kurz das Cockpit verlassen hatte, nicht wieder hinein. Die Lufthansa-Tochter Germanwings hat bereits Zahlungen an Angehörige geleistet. Doch im Auftrag zahlreicher Angehöriger will ein Anwalt versuchen, über eine Klage in den USA mehr herauszuholen. Im Bundesstaat Arizona ist die Flugschule der Lufthansa, an der der Copilot ausgebildet wurde.

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