Hausbau mit 3D-Drucker in Beckum
Initiator Georgios Staikos freut sich über den Besuch von NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU).
Foto: Gog

Den offiziellen Baustart für das erste 3D-gedruckte Wohnhaus Deutschlands markiert gestern NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU). Schon im März 2021 soll das Gebäude bezugsfertig sein. 

Ein Meter pro Sekunde

Kernstück des visionären Pilotprojektes ist ein 3D-Betondrucker vom Typ „BOD2“, den das bayerische Familienunternehmen Peri (weltweit 9500 Mitarbeiter) in Beckum einsetzt. Vor dem Druckvorgang wird mit herkömmlicher Software ein 3D-Modell von dem zu erstellenden Gebäude gefertigt. Danach „BOD2“ nur noch mit den Daten füttern – und schon legt der Roboter mit seinem Druckkopf zentimeterdicke Betonschichten nach Plan passgenau übereinander. Maximalgeschwindigkeit: ein Meter pro Sekunde. 

Initiator Georgios Staikos freut sich über den Besuch von NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU).
Foto: Gog
Als Scharrenbach auf der Baustelle mit Peri-Chef Dr. Fabian Kracht plauscht, „druckt“ das 3D-Gerät um sie herum einige geschwungene Wände des künftigen Wohnhauses bis auf Hüfthöhe. Den von „BOD2“ genutzten Druckbeton hat die Firma HeidelbergCement entwickelt. Scharrenbach ist sichtlich stolz darauf, dass das deutschlandweit erste 3D-Haus in Westfalen errichtet wird. Das Land zwischen Rhein und Weser erweise sich einmal mehr als Vorreiter für Deutschland und Innovationsmotor, und zwar „nicht morgen, nicht irgendwann, sondern heute“, schwärmt das Regierungsmitglied aus Düsseldorf. Nach Scharrenbachs Ansicht liefert NRW wichtige „3D’s für die Zukunft des Bauens: digital, dynamisch, druckfertig.“ 

Land fördert Projekt

Aus dem Landesprogramm „Digitalisierung der Bauwirtschaft und innovatives Bauen“ wird das 3D-Haus in Beckum mit 200 000 Euro gefördert. Das Pilotprojekt in Beckum gilt als Meilenstein für die 3D-Betondrucktechnologie. Es soll beispielgebend für die gesamte Baubranche in aller Welt sein. Was in NRW technisch und rechtlich gut funktioniere, werde sicherlich auch an anderen Orten umgesetzt, freut sich die Bauministerin über die Vorbildfunktion ihres Bundeslandes. Beckum soll nur der Anfang sein. „Weitere Projekte sind schon in der Druckerschleife“, macht Scharrenbach zum Abschluss ihres Baustellenbesuches deutlich. Geplant worden ist das 3D-Haus vom Beckumer Architektenbüro Mense-Korte.

SOCIAL BOOKMARKS
Foto: dpa
Der 3D-Betondrucker legt zentimeterdicke Betonschichten nach Plan passgenau übereinander. Das schafft er in einer Geschwindigkeit von maximal einem Meter pro Sekunde.
Foto: dpa