Heimische Bauern steigern Einkommen
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Trotz der trockenen Witterung im Frühjahr war die Erntebilanz in Westfalen-Lippe im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren akzeptabel. Darauf wies jetzt der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband in Münster hin.
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Die vergangenen zwölf Monate, das betonte Franz-Josef Möllers, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes in Münster, habe viele Landwirte positiv überrascht. Der durchschnittliche Gewinn eines Betriebes liegt bei etwa 46 000 Euro.

Nur rund 40 Prozent dieser Summe stamme aus EU-Ausgleichszahlungen. Im Vorjahr, so die Statistik, habe die Quote noch bei 62 Prozent gelegen. „Glauben Sie mir“, beteuerte Möllers, „ein Bauer macht lieber selbst Gewinn, als dass er Geld von der EU erhält“.

Doch nicht alle Landwirte konnten ihren Ertrag steigern. Während Ackerbauern, Milchviehhalter und Bullenmäster zu den Gewinnern zählten, mussten die Schweinemäster ein weiteres Jahr kämpfen. Besonders schwierig bleibt die Situation laut Verband für die Sauenhalter.

Positive Grundstimmung hält 2012 an

Was bringt 2012? Franz-Josef Möllers und seine Mitstreiter sind zuversichtlich, dass die positive Stimmung bei Ackerbauern und Rinderhaltern dank hoher Erzeugerpreise anhalte. Aber auch die Schweinehalter müssten nicht schwarz sehen, es gebe hoffnungsvolle Signale. Dieses gelte auch für den Bio-Markt, der sich weiterhin positiv entwickele.

Die größte Sorge bereitet dem heimischen Bauernpräsidenten die Akzeptanz seines Berufsstandes in der Bevölkerung. Diese im direkten Dialog zu steigern, das sei für ihn die größte Herausforderung der kommenden Monate. Franz-Josef Möllers: „Das abgelaufene Jahr hat gezeigt, dass sich die Erwartungen breiter Schichten unserer Gesellschaft an die heimische Tierhaltung geändert haben. Die Frage, was unter einer tiergerechten Haltung zu verstehen ist, beschäftigt heute viele Menschen, auch außerhalb der Landwirtschaft. Als Bauernfamilien stellen wir uns diesen auch ethisch sehr schwierigen Fragen und wollen gemeinsam mit der Gesellschaft ehrliche und überzeugende Antworten finden.“

Abschied von Franz-Josef Möllers

Das Amt des westfälisch-lippischen Bauernpräsidenten wird Möllers nach 15 Jahren im Mai aus den Händen geben.

Franz-Josef Möllers.

Am 18. April 1997 hatte er die Nachfolge von Constantin Freiherr Heereman angetreten. Bei der Wahl der neuen Führungsriege am 23. Mai auf Gut Havichhorst in Münster-Handorf will Möllers nicht mehr kandidieren. „Danach habe ich endlich Zeit, die Füße hochzulegen“, flachste er am Rande der Vorstellung der Jahresbilanz seines Verbandes.

Viele Höhe und Tiefen hätten seine Amtszeit geprägt, sagte Möllers. Besonders schmerzhaft seien die Erfahrungen rund um das Thema BSE gewesen. „Keine Krise hat uns derart zugesetzt“, erinnerte er sich. Das Vertrauen in die Landwirtschaft sei zerstört gewesen.

Wer Möllers im Mai nachfolgt, ist offen. Kandidieren wollen bislang der derzeitige Vize Wilhelm Brüggemeier aus Enger (Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe) und der Bundestagsabgeordnete Johannes Röring (Kreis Borken).

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