Heizungs-Defekt in Hamm - zwei Jugendliche tot
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Polizei und Rettungskräfte haben am späten Mittwochabend zwei Tote und fünf Verletzte in einem Einfamilienhaus in Hamm entdeckt.
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Der Zustand von drei Familienmitgliedern war am Donnerstagabend kritisch, sagte eine Kliniksprecherin. Bei den anderen beiden sei er stabil.  Bei den toten Kindern handelt es sich um zwei Söhne im Alter von 18 und 20 Jahren, sagte ein Polizeisprecher. Die Staatsanwaltschaft Dortmund ordnete eine Obduktion der Leichen an, um die genaue Todesursache festzustellen. Für ein Fremdverschulden lägen keine Anzeichen vor, hieß es in einer Erklärung. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Untersuchung der Heizungsanlage an. Zwei Familienmitglieder fanden die Retter am späten Mittwochabend bewusstlos in dem Haus. Sie konnten reanimiert werden. Die Eltern und die drei überlebenden Kinder wurden mit Hubschraubern nach Düsseldorf geflogen. Dort wurden sie in einer Überdruckkammer der Universitätsklinik behandelt.

Schulfreund rettete Leben

Ein noch größeres Unglück verhinderte ein Schulfreund von einem der Jungen. Er hatte am Mittwoch gegen 22 Uhr nach seinem Freund geschaut, der schon seit drei Tagen nicht mehr in der Schule war. Dieser soll am Telefon geklagt haben, dass es ihm nicht gut gehe, erklärte die Polizei. Als der 18-Jährige in das Haus schaute, entdeckte er zwei leblose Körper und rief die Polizei. Die Retter brachen sofort die Tür auf und kümmerten sich um die Familie. Mehrere Polizisten und Feuerwehrmänner kamen nach der Rettungsaktion selbst mit Kohlenmonoxidvergiftungen ins Krankenhaus. Später konnten aber alle wieder entlassen werden. Zu den Verletzten gehören der 57 Jahre alte Vater und die 41-jährige Mutter sowie zwei Jungen im Alter von 7 und 18 Jahren und eine 16-jährige Tochter. Bei den 18-jährigen Söhnen handle es sich um Halbbrüder. Die Eltern hatten eine Patchworkfamilie gegründet.

Unglück braute sich über Tage zusammen

Alles deutet darauf hin, dass sich das Unglück über Tage zusammenbraute. „Es kann durchaus sein, dass schon vor Tagen Kohlenmonoxid entwichen ist“, sagte Feuerwehrsprecher Lothar Robers. Wenn man Kohlenmonoxid einatme, komme es am Anfang zu Gleichgewichtsstörungen, dann zu Kopfschmerzen. Wenn die Konzentration zunehme, könne es zu Bewusstlosigkeit oder zum Tod führen. Weil das Gas geruchslos ist, werde es nicht bemerkt. Möglicherweise hatten die Familienmitglieder nicht mitbekommen, dass andere mit dem Tod ringen. Die Retter fanden sie im Haus verteilt.

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